Unsauberkeit – Katze pinkelt in die Wohnung

Was du tun kannst, wenn deine Katze nicht mehr aufs Katzenklo geht, sondern in die Wohnung pinkelt.

 


 Inhalt:


 

Mache dir bewusst, dass dir deine Katze mit Unsauberkeit nicht ein’s auszuwischen will. Protestpinkeln, wie es oft genannt wird, gibt es nicht! Denn Gedanken wie „Ätsch, das hat mein Mensch nun davon“ sind Katzen fremd.

 

Pinkelt deine Katze in die Wohnung, ist sie in echter Not. Sie sagt dir damit: „Mir geht es richtig schlecht.“ Wenn die Welt von Katzen ins Wanken gerät, reagieren sie oft mit Unsauberkeit.

 

Nicht schimpfen, nicht bestrafen

Hat deine Katze auf den Teppich gepinkelt, darfst du sie auf keinen Fall ausschimpfen oder bestrafen.

Unsauberkeit bei KatzenNoch immer hält sich das Gerücht, man solle ihr Schnäuzchen in die Hinterlassenschaft drücken. Lass es sein. Diese veraltete Empfehlung wurde schon lange revidiert. Deine Mieze kann ohnehin keine Verbindung zwischen der Bestrafung und Pinkel-Pfütze herstellen. Sie versteht also nicht, warum du mit einem Mal böse zu ihr bist.

 

Durch Strafen ändert sich rein gar nichts zum Positiven an der Unsauberkeit. Sie zerstören nur das Vertrauensverhältnis zwischen dir und deiner Katze.

 

Am besten, du beseitigst die Hinterlassenschaft kommentarlos – und machst dich auf die Suche nach der Ursache.

 

Liegt ein gesundheitliches Problem vor?

Uriniert deine Katze mit einem Mal in die Wohnung, kann ein gesundheitliches Problem vorliegen. Ursache können Harnwegsinfektionen, Harngries oder Nierenerkrankungen sein.

Sei dir im Klaren darüber, dass man einer Katze eine schmerzhafte Blasenentzündung nicht anmerkt. Gehe also unbedingt und als erste Aktion zum Tierarzt.

 

Katzen meiden übrigens oft Orte, an denen sie Schmerz empfunden haben. Leidet deine Katze beispielsweise an einer Blasenentzündung, verbindet sie den Schmerz beim Wasserlassen mit dem Katzenklo – und geht nicht mehr hinein.

 

Halte das Katzenklo sauber

Manche Katzen reagieren auf Katzentoiletten voller Urin und Kot empfindlich – und suchen dann einen anderen, sauberen Ort auf. Darum entferne die Hinterlassenschaften in der Katzentoilette regelmäßig. Bei Wohnungskatzen zweimal pro Tag. Morgens und abends.

Bei den modernen Klumpstreus muss man heute nicht mehr alle zwei bis drei Wochen das Katzenstreu komplett wegwerfen und mit neuem füllen. Man entfernt täglich den Kot und die Urinklumpen und ersetzt sie gegen neues Streu.

 

Es kommt auf das Wesen deiner Katze an: Einige wenige mögen nigelnagelneues Katzenstreu, andere lieben es hingegen, wenn das Katzenstreu den eigenen, gewohnten Geruch hat. Darum wechsele ich das komplette Streu etwa alle zwei Monate und reinige dann auch die Katzentoilette mit Wasser, Bürste und einem kleinen (!) Tropfen Spülmittel.

 

Ich bin ein absoluter Gegner von Katzenklo-Deos. Wenn das Katzenklo nach Katzenurin riecht, solltest du ein anderes Katzenstreu ausprobieren, aber kein Deo-Pulver ins Streu kippen. Es gibt heute wirklich gute Katzenstreus, die den Geruch eliminieren. Ich muss aber ehrlich sagen, dass die ganz günstigen Streus dies nicht können. Aber dafür sind moderne Klumpstreus sehr ergiebig.

 

Alles, was du zum Katzenklo wissen musst, findest du hier: Tipps zum Katzenklo

 

Seelische Probleme

Katzen mögen Veränderungen nicht. Wir stellen nur einen Sessel an eine andere Stelle, also in unseren Augen eine kleine Veränderung, aber  mIn den Augen von uns Menschen handelt es sich bei der Veränderung vielleicht nur um eine Kleinigkeit, aber bei Katzen kann dadurch das Sicherheitsgefühl erschüttert werden. Wenn Katzen in Not sind, zeigen sie das häufig durch Unsauberkeit.

 

Darauf reagieren Katzen zum Beispiel:

      • anderes Verhalten des Besitzers der Katze gegenüber
      • Änderung des Familienverbundes (neuer Lebenspartner, Familienzuwachs, neue Katze, Auszug eines Familienmitglieds)
      • Katze ist zu viel allein
      • Umzug, Umräumen von Möbeln
      • Katze langweilt sich oder ist unterfordert
      • Krach (Baulärm, laute Musik, Babyschreien etc)
      • Mensch ist gestresst, traurig oder wütend
      • Verlust einer Katzenfreundschaft (Umzug, Tod)
      • Fremde Katzen dringen in die Wohnung ein
      • Probleme im Revier oder in der eigenen Katzengruppe
      • geänderte Anwesenheitszeiten des Besitzers

 

Fehlendes Wohlbefinden

Katzen geben ihre körpereigenen Duftstoffe an ihre Umgebung ab. Diese sogenannten Pheromone werden in Drüsen an Schläfen, Kinn, Unterlippe, am Schwanz, an der Analdrüse, am Rücken und an den Pfoten produziert.

 

Wir Menschen können diese Duftbotenstoffe nicht wahrnehmen, aber bei Katzen bewirken sie Sicherheit. Katzen fühlen sich nur dann wohl, wenn ihr Revier nach ihrem Duftstoff riecht. Ist deine Katze gestresst oder fühlt sich unwohl, fehlen diese Glücksbotenstoffe.

 

Häufig kannst du das Problem mit synthetisch hergestellten Pheromone lösen. Mein Kater aus dem Tierheim pinkelte nach seinem Einzug bei mir wochenlang in die Wohnung. Ich war schon so verzweifelt, dass ich ernsthaft Zweifel bekam. Dann riet mir ein Tierarzt zu Pheromonen und die beendete von einem Tag auf den anderen seine Unsauberkeit. Fortan ging er aufs Katzenklo und pinkelte nie mehr in die Wohnung.

Nach einem Monat konnte ich mit den synthetischen Pheromonen wieder aufhören, denn bis dahin produzierte mein Kater seine eigenen Wohlfühl-Duftstoffe.

 

Pheromone gibt es als Spray und als Zerstäuber für die Steckdose (Verdampfer). Ich finde den Zerstäuber für die Steckdose sinnvoll, weil er ständig und gleichmäßig Pheromone abgibt. Ein Verdampfer reicht für eine Wohnfläche von bis zu 70 m². Ist deine Wohnung größer, solltest du zwei kaufen.

 

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Markiert deine Katze oder ist sie unsauber?

Kastrierten Wohnungskatzen genügt meist das Markieren ihres Reviers durch Pheromone. Manchmal nutzen Samptpfoten aber auch das Kratzen an Möbelstücken (Katze zerkratzt Möbel – was tun?). Wenn deine Katze stark verunsichert, gestresst oder traurig ist, wollen einige Katzen die Markierungen verstärken und markiert mit Urin.

 

Ob deine Katze markiert oder pinkelt, erkennst du so: Harnmarkieren erfolgt im Stehen. Wichtige Orte werden mit einer geringen Harnmenge besprüht. Häufig vibriert dabei der senkrecht aufgestellte Schwanz. Mit Harn markieren übrigens Kater und Kätzinnen.

 

Beim Urinieren hocken sich Katzen hin und entleeren den gesamten Blaseninhalt.

 

Unkastrierte Kater harnmarkieren häufig. Meist hört das auf, sobald sie kastriert sind. Aber Vorsicht, besser kastrieren, bevor sie mit Harnmarkieren anfängt. Wenn sie das erstmal angefangen haben, hören sie manchmal auch nach der Kasstration nicht damit auf.

 

Uringeruch entfernen

Nur weil wir an der Pinkelstelle den Katzenurin nicht mehr riechen, heißt das nicht, dass ihn auch die Katze nicht riecht. Nach Katzenlogik ist jeder Ort, der nach Urin riecht, ein Klo.

Es genügt darum nicht, die Stelle mit einem Haushaltsreiniger zu behandeln. (Vorsicht! Ammoniakhaltige Putzmittel animieren zum Urinieren.)

Darum verwende zum Reinigen der Pinkelstelle einen Enzymreiniger. Dieser überdeckt den Geruch nicht, sondern neutralisiert ihn.

Der Geruchsneutralisierer wird direkt auf die jeweilige Stelle gesprüht. Es ist notwendig, dass der Enzymreiniger mit den verunreinigten Stellenin Verbindung kommt. Hat die Katze also auf das Sofa gepinkelt, musst du entsprechend viel Enzymreiniger darauf geben, damit er in das Sofa eindringt. Es muss also mindestens die selbe Flüssigkeitsmenge wie der Katzenurin sein.

 

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Pinkelt deine Katze immer an denselben Ort, stelle dort nach gründlicher Reinigung vorübergehend ein Katzenklo auf.

 

Schutz von Betten und Möbeln

Bis du das Problem gelöst hast, solltest du dafür sorgen, dass deine Katze ihre bevorzugten Pinkelstellen nicht mehr aufsuchen kann. Decke also die Stellen ab: mit Rettungsfolie (für ein Paar Euro im Internet zu kaufen) oder Wachstuchtischdecken (gibt es meterweise zu kaufen). Für kleinere Stellen genügt Alufolie.

 

Katzen mögen das knisternde Geräusch nicht, außerdem würden sie beim Pinkeln im Urin stehen – ein No-Go für Miezen.

 

Teppiche und Bettvorleger räumst du vorübergehend weg. Lass nichts rumliegen, was deine Mieze als Katzenklo benutzen könnte.

 

Zuletzt ein Tipp

Das Problem lässt sich selten von heute auf morgen lösen. Du musst also etwas Geduld mitbringen und Ursachenforschung betreiben.

 

Eine häufiger Grund für Unsauberkeit ist das Katzenklo selbst: Eine schlechte Stelle, ein schmutziges Klo oder ein Schreckerlebnis auf der Katzentoilette. Deswegen experimentiere – nach dem Tierarztbesuch – als erstes mit dem Katzenklo.

 

Denke daran: Eine Katze ist eine Katze und sie tickt nicht wie ein Mensch. Wenn sie etwas gewaltig stört, kann sie es nicht sagen, sondern nur handeln. Unsauberkeit ist ein Zeichen, dass deine Katze erheblich unter Druck steht. Sie ist in Not.

 

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4 thoughts on “Unsauberkeit – Katze pinkelt in die Wohnung

    1. Liebe KatzenMama, es ist selten, dass sich Katzen von Rettungsfolie oder Alufolie nicht abschrecken lassen. Erstens knistert es für Katzen erschreckend und außerdem stehen sie während dem Pinkeln im Urin. Das können Katzen gar nicht leiden. So oder so sind Hilfsmittel wie Rettungsfolie & Co nur eine vorübergehende Lösung. Man muss das Problem finden, das die Katze so sehr bedrückt. Deckt man die eine Stelle ab, finden Katzen bald eine andere Stelle, an der sie pinkeln. Ich weiß, dass es schwer ist, aber bitte die Katze nicht schimpfen, sie ist in Not.

  1. meine Tante hat 2 Katzen, eine Miez und einen Kater.Sie sind aus einem Tierheim und wurden nur zu 2 vermittelt.
    Der Kater ist übergewichtig, beide sind Wohnungskatzen.
    Der Kater geht zwar auf die Katzentoilette,setzt sich aber so hinein,das er viel Urin über die Katzentoilette hinaus pinkelt,dies läuft unter das Katzenklo, was natürlich dann sehr unangenehm riecht.
    Meine Tante ist schon ziemlich genervt deswegen und schimpft mit dem Kater.
    Ich bin nun im Internet am Suchen, ,nach einer Katzenmatte und einem neuen Katzenklo.
    Was kann man tun, damit diese schlechte Angewohnheit aufhört.
    Über eine Empfehlung würde icxh mich sehr freuen .Vielen Dank

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