Keine Babysprache mit Hunden!

Wenn du mit deinem Hund in hoher niedlicher Stimme sprichst, willst du ihn loben, beruhigen, trösten und einfach nur freundlich sein. Was nett gemeint ist, kommt bei Hunden gar nicht gut an.

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Keine Babysprache mit Hunden

Babysprache hört sich für deinen Hund wie die Stimmlage eines Welpen an. Dabei möchte er doch Sicherheit.
(Foto: (c) Fabian Faber, fotolia.com)

Du sprichst mit hoher Stimme? So deutet das dein Hund

Wenn wir mit niedlicher, hoher Stimme sprechen, wollen wir ausdrücken, dass wir freundlich sind, nichts Böses im Sinn haben, keine Gefahr von uns ausgeht. Ein Hund deutet dies aber anders: Er hört die Stimmlage eines Welpen. Dies signalisiert Hilfsbedürftigkeit, Unselbständigkeit, Schutzbedürftigkeit.

Warum ein mental starker Mensch wichtig ist

Ein Hund braucht im Familienverbund eine Rollenverteilung. Er muss wissen, wer für welche Aufgabe zuständig ist. Ein Mitglied sollte auf die Gruppe aufpassen, Schutz geben, Entscheidungen fällen. Diese Funktion solltest du übernehmen.

Wenn du diese Position nämlich nicht einnimmst, wird sich dein Hund genötigt fühlen, die Rolle selbst zu übernehmen – unabhängig davon, ob er will oder nicht oder ob er dafür geeignet ist oder nicht.

(Foto: © Dmitrijs Gerciks, fotolia.com)

Wie Hunde auf fehlende Führung reagieren

Fehlt in einem Rudel der mental starke Führer, werden ängstliche Hunde noch ängstlicher und unsichere noch unsicherer. Ängstliche Hunde, die sich der Rolle als Führer nicht gewachsen fühlen, übernehmen dann meist eine von drei Strategien:

1. Der Hund wird zum Dauerbeller

Kommen dir beim Gassigehen andere Hunde bzw. Menschen entgegen, werden sie weggebellt: „Kommt uns bloß nicht zu nahe“.

2. Der Hund agiert aggressiv

Beim Gassigehen erfolgt aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden bzw. Menschen. Er fällt mit bedrohlichem Verhalten auf.

3. Der Hund reagiert ängstlich

Beim Gassigehen ist der Hund unsicher, zurückhaltend und nervös Er bleibt in der Nähe seines Halters.

Welches Verhalten wünschen sich Hunde von dir?

Ob dir dein Hund zutraut, die Gruppe zu leiten oder nicht, macht er an deinem Verhalten fest. Aus Hundesicht ist ein geeigneter Führer souverän. Einer, der alles im Griff hat und dies durch sein Verhalten ausdrückt.

Ein souveräner Führer ist nicht laut, sondern leise. Er ist nicht hektisch, sondern entspannt. Er ist nicht ängstlich, sondern cool. Ein souveräner Führer wirkt nicht durch Laute, sondern durch seine Ausstrahlung und Präsenz. Wenn du fiepst wie ein Welpe, verunsichert das – umso mehr, wenn dein Hund eher ängstlich ist.

Maja Nowak zeigt dies wunderbar in diesem Video. Ein verunsicherter Hund bellt nonstop, um andere Menschen fern zu halten – bis sich sein Frauchen schützend vor ihn stellt und signalisiert: „Keine Sorge, ich kümmere mich um die Situation.“

Es ist unglaublich, wie erleichtert der Hund ist, als er die Beschützerrolle an seine Halterin abgeben kann. Mit einem Mal hört das Dauerbellen auf.

So sieht ein glücklicher Hund aus.

So sieht ein glücklicher zufriedener Hund aus. Er zeigt weder Verunsicherung noch Angst. Er fühlt sich wohl in seiner Haut, ist in seinem Rudel eingebettet – und lacht.
(Foto: © mexitographer, fotolia.com)

So kommunizierst du mit deinem Hund richtig

  • Spreche keine niedliche Babysprache mit Hunden, sondern verwende eine feste, aber ruhige Stimme. Bei der Kommunikation, z.B. bei Kommandos, kannst du statt Worte auch Geräusche verwenden wie pst, schschsch, mmmm, mit der Zunge schnalzen etc. Bleibe immer freundlich.
  • Achte auf eine souveräne Körpersprache. Zeige mentale Stärke. Das bedeutet aber nicht, dass du nicht mehr Kuscheln oder freundliche Worte sagen darfst.
  • Werde niemals laut und spricht nicht mit genervter Stimme – auch wenn der Hund beim ersten Mal nicht folgt.
  • Texte deinen Hund nicht zu. Er achtet ohnehin ständig auf deine Körpersprache und weiß, wie du dich fühlst. Wenn du stets auf ihn einredest, ist das eine stetige Geräuschkulisse.
  • Du musst deinen Hund nicht ständig und langwierig loben. Zeige ihm Wertschätzung.
  • Gib deinem Hund, was er als Hund braucht.

ENDE

Foto auf der Startseite: © Fabian Faber, fotolia.com (schwarzer Hund)

Rechtlicher Hinweis: Meine Beiträge entstehen durch umfangreiche Recherche und eigener Erfahrung. Sie sind kein Ersatz für die tierärztliche Behandlung. Krankheiten und Verletzungen sollten unverzüglich vom Tierarzt behandelt werden.

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Myriam

Hallo, ich bin Myriam und als Journalistin tätig. Ich liebe es, mit Felltieren zu leben. Bei mir wohnen Katze Biene und Hund Ronja. Auf schlimmerkater.de gebe ich meine Erfahrungen und Recherche-Ergebnisse über Katzen und Hunde weiter.

7 thoughts on “Keine Babysprache mit Hunden!

  1. Der Hund ist des Menschen bester Freund. Stimmt. Aber wie ein Kind sollen wir ihn deshalb wirklich nicht behandeln. Er ist ein Hund und reagiert auch wie ein Hund. Trotzdem liebe ich meinen Heiner.

  2. Öhm, ich weiß mit Sicherheit, dass meine Hunde mich nicht als schutzbedürftig sehen, weil ich in Babysprache mit ihnen spreche. Von Rudeldingsbums haben sie auch nie was gehört.

    Komischer Artikel…

  3. Ich stimme dir voll und ganz zu. Endlich bringt es jemand zur Sprache! Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir immer menschliches Verhalten auf den Hund übertragen. Aber ein Hund reagiert wie ein Hund und nicht wie ein Mensch.

    1. Danke, liebe Andrea, für dieses nette Kompliment. Das freut mich!
      Damit das Zusammenspiel von Mensch und Hund funktioniert, sollten wir Hunde nicht vermenschlichen, sondern verhundlichen, nicht wahr? 🙂
      Liebe Grüße, Myriam

  4. Danke für diesen interessanten Beitrag. Ich muss zugeben, ich spreche mit meinem Hund auch in niedlicher Sprache. Mein Benny ist eher ein ängstlicher Hund. Darum werde ich das jetzt mal sein lassen.
    Lisa

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