Wieso du Hunde-Welpen nicht mit 8 Wochen von der Mutter trennen darfst

Nur unsichere Hunde werden zu ängstlichen Kläffern und Stress-Beißern. Häufige Ursache: Der Welpe wurde schon mit 8 Wochen von seiner Mutter getrennt. Wann soll also die Welpenabgabe erfolgen?

 


Inhalt:


 

Oft heißt es, man könne Welpen im Alter von 8 Wochen besser auf den Menschen prägen als zu einem späteren Zeitpunkt. Das ist Quatsch. Eine Menge unerwünschtes oder problematisches Fehlverhalten rührt bei Hunden von der zu frühen Trennung von der Mutter her.

 

Im Alter von 8 Wochen beginnt die wichtige Sozialisierungsphase. Was hier versäumt wird, kann später oft nur schwer oder gar nicht gut gemacht werden.

Und machen wir uns nichts vor: Kein Mensch kann einen Welpen derart gut sozialisieren und erziehen wie es die Hundemutter hinkriegt.

 

Warum ein Welpe länger bei der Mutter bleiben soll

Welpenabgabe: Welpen nicht mit 8 Wochen von der Mutter trennen
Nur gut sozialisierte Welpen werden zu souveränen, erwachsenen Hunden.

Bei der Sozialisierung durch die Hundemutter geht es nicht allein um die

Vermittlung des Hunde-ABCs. Durchläuft ein Welpe diese Phase bei Mutter und Geschwistern, festigt dies das Selbstbewusstsein und bildet den Grundstein für die psychische Gesundheit. Denn die Mutter lehrt den Welpen jetzt das Leben. Die wichtigsten Erfahrungen und Grundlagen werden jetzt gelegt.

In dieser Phase lernen die Kleinen auch folgendes: Ein cooler Hund ist ein souveräner Hund – also kein Kläffer, kein Beißer, kein Streßbündel. Ein Mensch kann das dem Kleinen nur schwer beibringen.

 

Welpen-Erziehung beginnt erst mit 8 Wochen

Erst ab einem Alter von etwa 8 Wochen ermahnt die Hundemutter ihre Kleinen bei Fehlverhalten und bringt sie zur Räson. Die Welpen lernen, Respekt vor älteren Rudelmitgliedern und damit später auch vor ihren Besitzern zu haben. Auch greift die Mutter jetzt ins Spiel der Welpen ein, wenn es zu wild wird. Die Kleinen lernen zum Beispiel auch, dass sie nicht einfach zubeißen dürfen. Beißhemmung ist nicht angeboren.

 

Natürlich sind Welpen im Alter von 8 Wochen einigermaßen entwöhnt, sie können selbst fressen und verhungern im neuen Zuhause ohne die Hündin nicht mehr. Sie werden zunehmend unabhängig, gehen selbst auf Entdeckungstour. Aber sie orientieren sich nach wie vor an ihrer Mutter und dem Rudel. Niemals würden sie freiwillig das Rudel verlassen.

Eine zu frühe Trennung vom Rudel und der gewohnten Umgebung ist für Welpen traumatisch. Das macht ihnen Angst und erschüttert ihr Urvertrauen.

 

Welpenabgabe: der richtige Zeitpunkt

Wenn du dir einen Welpen anschaffen willst, warte bitte, bis er mindestens 10 Wochen alt ist. Besser 12 Wochen. Damit ermöglichst du ihm ein Erwachsenenleben, in dem er klüger, ausgeglichener, selbstsicherer und weniger ängstlich durchs Leben gehen kann.

Im Alter von 12 Wochen lösen sich Welpen und Hundemutter ganz von selbst voneinander. Sie sind freundschaftlich verbunden, aber die Erziehung ist aus Sicht der Hundemutter abgeschlossen.

Klar, Welpen sind umso niedlicher, je jünger sie sind. Aber sie brauchen Orientierung und Sicherheit. Das kann nur das Rudel bieten. Wenn dir dein Hund am Herzen liegt, warte, bis er reif für die Trennung ist.

 

(Davon ausgenommen sind Hunde aus schlechter Haltung oder aus dem Tierschutz. Bei diesen Tieren ist manchmal die frühe Trennung das kleinere Übel.)

 

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Foto: (c) Martin Hahn / fotolia.de

 

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Myriam

Hier blogge ich - Myriam F. Goetz

Ich liebe es, mit Tieren zusammen zu leben. Es ist schön, einen kleinen Freund an seiner Seite zu haben. Meine wichtigste Erkenntnis: Katzen ticken wie Katzen, Hunde wie Hunde und Menschen wie Menschen. Darum entstehen Missverständisse, die man vermeiden kann, wenn man nicht aus Menschensicht handelt. Dies und anderes erfährst du auf meinem Blog. Ich bin Journalistin und lebe in München.

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5 thoughts on “Wieso du Hunde-Welpen nicht mit 8 Wochen von der Mutter trennen darfst

  1. Ich gebe meine Welpen schon seit 20 Jahren mit 8 Wochen ab. Nie hat sich jemand darüber beschwert, dass der Welpe ein unsicherer Hund geworden ist.

  2. mein hund ist auch ein angst-kläffer. habe nie daran gedacht, dass es an einer frühen trennung von der mutter sein könnte. dankw für den hinweis.

  3. Wenn ich das früher gewusst hätte! Meine Hündin war acht Wochen alt, als ich sie adoptiert habe. Von Anfang an war sie unsicher und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Ehrlich gesagt, war es mir auch peinlich, weil sie ständig Leute anbellte. Wir haben inzwischen viele Jahre Training hinter uns. Noch heute wechselt sie hin und wieder in diesen Angstmodus.

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