Zeckenschutz Hund: Warum chemische Mittel gefährlich sind

Zeckenschutz mit chemischen Mitteln kann in einer Katastrophe enden. Hier erfährst du, warum du deinen Hund nicht mit chemischen Präparaten behandeln solltest.


Inhalt:


 

Der Gemeine Holzbock kommt in Deutschland auf häufigsten vor.
Zecken wie der Gemeine Holzbock übertragen Borreliose, Babesiose, Anaplasmose, Ehrlichiose und FSME auf Hunde.

 

Am leichtesten geht Zeckenschutz mit chemischen Mitteln: in den Nacken träufeln oder Tablette geben, schon stechen die Biester einige Wochen nicht mehr. Vergleicht man aber den Nutzen mit dem Schaden, fällt die Entscheidung eindeutig gegen chemische Präparate aus. Die Auswirkungen auf den Hundeorganismus können erheblich sein: Ekzeme, Juckreiz, Benommenheit, Epilepsie bis hin zum Tod.

 

Hunde: Warum chemische Präparate gefährlich sind

Die Schulmedizin rät als Zeckenschutz für Hunde zur Chemie, vor allem zu Spot-on-Präparaten und Tabletten. Bei dieser Methode wird das chemische Mittel auf die Haut des Hundes aufgetragen oder sogar oral gegeben.

 

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man seinem Tier Pestizide zuführt – Nervengifte. Sie gelangen über die Haut oder über den Magen in den Organismus des Hundes.

 

Verwendet man Spot-ons, darf man den Hund eine Weile nicht anfassen, damit das Gift nicht auf uns Menschen übertragen wird. Da sträuben sich einem doch die Nackenhaare.

 

Tabletten wirken auf den ersten Blick praktischer: rein ins Maul und das Gift ist im Hund – nicht auf der Hundehaut. So dürfen dann selbst die Kinder den Hund nach der Behandlung anfassen, ohne dass man um ihre Gesundheit Angst haben muss. Für den Hund wirkt sich dies ungleich gefährlicher aus.

 

In den Präperaten sind z.B. die Wirkstoffe Permethrin oder Fluralaner enthalten – das sind Insektizide. Permethrin wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Land- und Forstwirtschaft verboten. Aber Hunden darf man es geben.

Diese chemischen Mittel wirken nicht repellierend. Das bedeutet, sie wehren Zecken NICHT ab! Zecken werden also nicht daran gehindert, deinen Hund zu stechen. Die Wirkung setzt erst dann ein, wenn die Zecke das Blut deines Hundes saugt. Jedoch muss die Zecke zuerst eine ganze Weile das vergiftete Blut deines Hundes aufnehmen, bevor sie dann langsam stirbt. Vom Zeckenstich bis zum Tod der Zecke vergehen einige Stunden. Während dieser Zeit können Erreger in deinen Hund übertragen werden.

 

Außerdem entleeren sich Parasiten während des Sterbevorgangs in den Wirt, z.B. gelangt der Darminhalt in deinen Hund. Das ist der Ort, in dem die Borrelien warten.

 

Wenn Zecken an einem Hund angedockt sind und dort sterben, kann man sogar davon ausgehen, dass auf den Hund ganz sicher Borrelien & Co. übertragen werden.

Ein guter Zeckenschutz sollte also keine insektizide/akarizide Wirkung (abtötende) mitbringen, sondern eine repellierende Wirkung (abweisende).

 

Ich bin der Meinung, dass man seinem Hund überhaupt keine chemischen Zeckenmittel geben sollte. Es gibt natürliche Mittel gegen Zecken, die gut wirken und Hunden nicht schaden: Zecken beim Hund – Zeckenschutz ohne Chemie.

 

Nebenwirkungen von Pestiziden

 

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Lethargie, Zittern
  • Benommenheit
  • Epilepsie
  • neurologischen Ausfallserkrankungen
  • Lähmungen
  • Schuppige Haut und stumpfes Fell
  • Juckreiz und Fellausfall an der behandelten Stelle
  • Entzündungsreaktionen
  • Ekzeme, Hotspots (offene, entzündliche Hautstellen an den Applikationsstellen)

 

Die Nebenwirkungen können auch erst Wochen nach der Gabe auftreten.

Was diese Präparate im Laufe der Jahre im Organismus des Hundes bewirken, ist nicht bekannt.

 

Wer darüber mehr wissen will, kann bei LesWauz weiterlesen: Floh- & Zecken-Schutzmittel für Hunde: Wie schädlich sind die Nervengifte darin?

 

Finger weg von Bravecto & Co.

Die Bravecto Kautablette tötet laut Hersteller Flöhe und Zecken bis zu drei Monate nach der Gabe. Beißt der Parasit zu, sollen Flöhe innerhalb acht Stunden und Zecken innerhalb 12 Stunden sterben.

 

Doch Vorsicht! Hundebesitzer berichten in sozialen Netzwerken und Hundeforen von erheblichen Nebenwirkungen, die sie auf die Gabe von Bravecto zurückführen: Gleichgewichtsstörungen, Krampfanfälle, Epilepsie, Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod.

 

Nebenwirkungen traten laut Hundebesitzern innerhalb Stunden auf, häufig auch erst nach Wochen oder nach mehrmaliger Gabe des Wirkstoffs.

 

Der Wirkstoff Fluralaner reichert sich im Fettgewege, in Leber, Niere und Muskeln an. Wird Bravecto wie empfohlen alle drei Monate gegeben, sammelt sich der Wirkstoff an. Daher können die Nebenwirungen auch erst im Laufe der Zeit auftreten.

 

Dasselbe gilt auch für Tabletten wie NexGard, Comfortis und Simparica. Dass diese Mittel neben heftigen Nebenwirkungen auch den Tod herbeiführen können, belegen die Daten der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Die Facebookgruppe Ist Bravecto sicher hat die von der EMA veröffentlichte Daten in einer Tabelle zusammengefasst:

(NW = Nebenwirkungen)

Nebenwirkungen und Todesfälle bei Bravecto, NexGard, Comfortis und Simparica sind weiter gestiegen.

(Quelle Daten/Grafik: Facebookgruppe Ist Bravecto sicher. In der geschlossenen Gruppe findest du auch viele weitere Informationen rund um Bravecto & Co.)

 

Weitere Infos zu Zeckentabletten für Hunde: Bravecto (artgerecht) oder Floh- & Zeckenmittel – Nervengifte?! Vorsicht vor den  Floh- und Zeckenschutztabletten! (Kranke Pfoten – Hundepysiotherapie Osteopathie).

 

Warum empfehlen Tierärzte als Zeckenschutz Chemie?

Viele Hundebesitzer ärgern sich, weil Tierärzte immer chemische Mitteln empfehlen – und von natürlichen Hausmitteln als Zeckenschutz abraten.

 

Es gibt einen einfachen Grund, warum dein Tierarzt keine Hausmittel gegen Zecken empfiehlt: Er richtet sich nach anerkannten medizinischen Richtlinien. Dann muss er nämlich keine juristischen Folgen fürchten. Denn wenn er dir als Zeckenschutz beispielsweise zu Kokosöl rät und dein Hund erkrankt an Borreliose, kannst du ihn wegen falscher Beratung verklagen. Mit ziemlicher Sicherheit gewinnst du den Prozess. Schlecht für den Tierarzt. Das kann teuer werden. Und seinem Ruf schaden. Also gehen Tierärzte bei ihren Patienten auf Nummer sicher. Irgendwie nachvollziehbar, oder?

 

So kann es passieren, dass der Tierarzt bei deinem Hund zu einem Spot-on-Präperat rät, aber bei seinem eigenen Hund ein natürliches Mittel verwendet.

 

Übertragungszeit von Krankheiten durch Zecken

Zecken übertragen manche Krankheiten kurz nach dem Stich. Andere Erreger brauchen einige Stunden, bis sie von der Zecke in den Hund gelangen. Der Borreliose-Erreger braucht z.B. mindestens zwölf Stunden.

 

Noch ein Hinweis zur gefürchteten Borreliose: Wenn ein Hund nach einem Zeckenbiss tatsächlich an Borreliose erkrankt, ist das ohne Frage ein großes Unglück. Borreliose ist eine gnadenlose Krankheit, die nicht heilbar ist und dem Hund den Rest seines Lebens zu schaffen macht.

 

Jetzt aber die gute Nachricht: Fast alle Hunde kommen mit dem Borreliose-Erreger in Kontakt, aber die wenigsten Hunde erkranken daran. Die meisten Hunde sind dagegen immun (wie übrigens die meisten Menschen und alle Wildtiere). Weitere Infos: Keine Panik vor Borreliose.

 

Übertragungszeit der Erreger ab dem Zeckenstich

  • Babesiose

ca. 48 Stunden nach dem Festsaugen

  • Borreliose

ca. 24 Stunden

  • Anaplasmose

ca.  24 bis 48 Stunden

  • Ehrlichiose

ab ca. 3 Stunden

  • FSME

Übertragung direkt beim Zeckenstich

Quelle: wikipedia.org

ENDE

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Rechtlicher Hinweis: Meine Beiträge entstehen durch umfangreiche Recherche und eigener Efahrung. Sie sind kein Ersatz für die tierärztliche Behandlung. Krankheiten und Verletzungen sollten unverzüglich vom Tierarzt behandelt werden.

 

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