Zeckenschutz Hund: Darum sind chemische Mittel gefährlich

Bei Menschen verboten, bei Hunden erlaubt: Pestizide. Diese Nervengifte sind in chemischen Mitteln gegen Zecken enthalten. Kein Wunder, dass viele Hunde dadurch bleibende Schäden davontragen. Erfahre, warum chemische Spot ons und Tabletten gefährlich sind.

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Aktualisiert am 06.05.21

Inhalt:


Der Gemeine Holzbock kommt in Deutschland auf häufigsten vor.

Zecken wie der Gemeine Holzbock übertragen Borreliose, Babesiose, Anaplasmose, Ehrlichiose und FSME auf Hunde.
(Foto: © Myriam F. Goetz)

Zeckenschutz mit chemischen Mitteln funktioniert einfach: in den Nacken träufeln oder Tablette geben, schon stechen die Biester nicht mehr. Vergleicht man aber den Nutzen mit dem Schaden, fällt die Entscheidung eindeutig gegen chemische Präparate aus. Die Auswirkungen auf den Hundeorganismus können erheblich sein: Ekzeme, Juckreiz, Benommenheit, Epilepsie bis hin zum Tod.

Hunde: Warum chemische Präparate gefährlich sind

Die Schulmedizin rät zu Chemie. Chemische Mittel werden auf die Haut des Hundes aufgetragen, als Halsband verwendet oder oral gegeben.

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man seinem Tier Pestizide zuführt – Nervengifte. Sie gelangen über die Haut oder über den Magen in den Organismus des Hundes.

Verwendet man Spot ons, darf man den Hund eine Weile nicht anfassen, damit das Gift nicht auf uns Menschen übertragen wird. Da sträuben sich einem doch die Nackenhaare.

Im Gegensatz zu Spot ons wirken Tabletten auf den ersten Blick sogar noch praktischer: rein ins Maul und das Gift ist im Hund – nicht auf der Hundehaut. So dürfen dann selbst die Kinder den Hund nach der Behandlung anfassen, ohne dass man um ihre Gesundheit Angst haben muss. Aber für den Hund können die Nebenwirkungen dramatisch sein.

In den Präparaten sind z.B. die Wirkstoffe Permethrin oder Fluralaner enthalten – das sind Insektizide. Permethrin wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Land- und Forstwirtschaft verboten. Aber Hunden darf man es geben.

Diese chemischen Mittel wirken nicht repellierend. Das bedeutet, sie wehren Zecken NICHT ab! Zecken werden also nicht daran gehindert, deinen Hund zu stechen. Sie müssen erst das vergiftete Blut deines Hundes trinken, bevor sie dann langsam sterben. Vom Zeckenstich bis zum Tod der Zecke vergehen einige Stunden. Während dieser Zeit können Erreger in deinen Hund übertragen werden.

Parasiten entleeren sich während des Sterbevorgangs in den Wirt. Wenn die Zecke mit Borrelien infiziert ist, gelangen sie auf diese Weise ganz sicher in den Hundekörper.

Ein guter Zeckenschutz sollte also keine insektizide/akarizide Wirkung (abtötende) mitbringen, sondern eine repellierende Wirkung (abweisende).

Ich bin der Meinung, dass man seinem Hund überhaupt keine chemischen Zeckenmittel geben sollte. Es gibt natürliche Mittel gegen Zecken, die gut wirken und Hunden nicht schaden: Zecken beim Hund – Zeckenschutz ohne Chemie.

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Nebenwirkungen von Pestiziden

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Lethargie, Zittern
  • Benommenheit
  • Epilepsie
  • neurologischen Ausfallserkrankungen
  • Lähmungen
  • Schuppige Haut und stumpfes Fell
  • Juckreiz und Fellausfall an der behandelten Stelle
  • Entzündungsreaktionen
  • Ekzeme, Hotspots (offene, entzündliche Hautstellen an den Applikationsstellen)

Die Nebenwirkungen können auch erst Wochen nach der Gabe auftreten.

Was diese Präparate im Laufe der Jahre im Organismus des Hundes bewirken, ist nicht bekannt.

Wer darüber mehr wissen will, kann bei LesWauz weiterlesen: Floh- & Zecken-Schutzmittel für Hunde: Wie schädlich sind die Nervengifte darin?

Finger weg von Bravecto & Co.

Die Bravecto Kautablette tötet laut Hersteller Flöhe und Zecken bis zu drei Monate nach der Gabe. Beißt der Parasit zu, sollen Flöhe innerhalb acht Stunden und Zecken innerhalb 12 Stunden sterben.

Doch Vorsicht! Hundebesitzer berichten in sozialen Netzwerken und Hundeforen von erheblichen Nebenwirkungen, die sie auf die Gabe von Bravecto zurückführen: Gleichgewichtsstörungen, Krampfanfälle, Epilepsie, Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod.

Nebenwirkungen traten laut Hundebesitzern innerhalb Stunden auf, häufig auch erst nach Wochen oder nach mehrmaliger Gabe des Wirkstoffs.

Der Wirkstoff Fluralaner reichert sich im Fettgewebe, in Leber, Niere und Muskeln an. Wird Bravecto wie empfohlen alle drei Monate gegeben, sammelt sich der Wirkstoff an. Daher können die Nebenwirkungen auch erst im Laufe der Zeit auftreten.

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Dasselbe gilt auch für Tabletten wie NexGard, Comfortis und Simparica. Dass diese Mittel neben heftigen Nebenwirkungen auch den Tod herbeiführen können, belegen die Daten der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Die Facebookgruppe Ist Bravecto sicher hat die von der EMA veröffentlichte Daten in einer Tabelle zusammengefasst:

(NW = Nebenwirkungen)

Nebenwirkungen und Todesfälle bei Bravecto, NexGard, Comfortis und Simparica sind weiter gestiegen.

(Quelle Daten/Grafik: Facebookgruppe Ist Bravecto sicher. In der geschlossenen Gruppe findest du auch viele weitere Informationen rund um Bravecto & Co.)

Weitere Infos zu Zeckentabletten für Hunde: Bravecto (artgerecht) oder Floh- & Zeckenmittel – Nervengifte?! Vorsicht vor den  Floh- und Zeckenschutztabletten! (Kranke Pfoten – Hundephysiotherapie Osteopathie).

Warum empfehlen Tierärzte als Zeckenschutz Chemie?

Viele Hundebesitzer ärgern sich, weil Tierärzte immer chemische Mitteln empfehlen – und von natürlichen Hausmitteln als Zeckenschutz abraten.

Es gibt einen einfachen Grund, warum dein Tierarzt keine Hausmittel gegen Zecken empfiehlt: Er richtet sich nach anerkannten medizinischen Richtlinien. Dann muss er nämlich keine juristischen Folgen fürchten. Denn wenn er dir als Zeckenschutz beispielsweise zu Kokosöl rät und dein Hund erkrankt an Borreliose, kannst du ihn wegen falscher Beratung verklagen. Mit ziemlicher Sicherheit gewinnst du den Prozess. Schlecht für den Tierarzt. Das kann teuer werden. Und seinem Ruf schaden. Also gehen Tierärzte bei ihren Patienten auf Nummer sicher. Irgendwie nachvollziehbar, oder?

So kann es passieren, dass der Tierarzt bei deinem Hund zu einem Spot-on-Präperat rät, aber bei seinem eigenen Hund ein natürliches Mittel verwendet.

Übertragungszeit von Krankheiten durch Zecken

Zecken übertragen manche Krankheiten kurz nach dem Stich. Andere Erreger brauchen einige Stunden, bis sie von der Zecke in den Hund gelangen. Der Borreliose-Erreger braucht z.B. mindestens zwölf Stunden.

Noch ein Hinweis zur gefürchteten Borreliose: Wenn ein Hund nach einem Zeckenbiss tatsächlich an Borreliose erkrankt, ist das ohne Frage ein großes Unglück. Borreliose ist eine gnadenlose Krankheit, die nicht heilbar ist und dem Hund den Rest seines Lebens zu schaffen macht.

Jetzt aber die gute Nachricht: Fast alle Hunde kommen mit dem Borreliose-Erreger in Kontakt, aber die wenigsten Hunde erkranken daran. Die meisten Hunde sind dagegen immun (wie übrigens die meisten Menschen und alle Wildtiere). Weitere Infos: Keine Panik vor Borreliose.

Übertragungszeit der Erreger ab dem Zeckenstich

  • Babesiose

ca. 48 Stunden nach dem Festsaugen

  • Borreliose

ca. 24 Stunden

  • Anaplasmose

ca.  24 bis 48 Stunden

  • Ehrlichiose

ab ca. 3 Stunden

  • FSME

Übertragung direkt beim Zeckenstich

Quelle: wikipedia.org

ENDE

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Foto auf der Startseite © Myriam F. Goetz

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Myriam

Hallo, ich bin Myriam und als Journalistin tätig. Ich liebe es, mit Felltieren zu leben. Bei mir wohnen Katze Biene und Hund Ronja. Auf schlimmerkater.de gebe ich meine Erfahrungen und Recherche-Ergebnisse über Katzen und Hunde weiter.

7 thoughts on “Zeckenschutz Hund: Darum sind chemische Mittel gefährlich

  1. Hallo,
    Ich habe das Problem, dass mein Hund einen Milben Befall hat, so lautet jedenfalls die Diagnose des Tierärzte. Welche Art von Milbe weiss ich nicht, da kein Hautschabsel gemacht wurde. Dies ist hier nicht üblich,zur Erklärung ich wohne nicht in Deutschland!
    Nun habe ich bis jetzt ( seit Mai) versucht es ohne Chemie hin zu bekommen, nichts half. Der Arzt hat advocate mit spot on gegeben, aber auch das hat keine Wirkung gezeigt. Allerdings gab es auch keine negativen Auswirkungen bei meinem Hund. Nun war ich wieder beim Tierarzt wegen einer notwendigen Impfung und dann meinte er, es gibt Tbl.die werden 3 Monate gegeben und damit bekommen wir es in den Griff. Nun habe ich mir mal Nexgard spectra 75 mg und Simparica 80mg angeschaut und bin natürlich erschrocken über eventuelle Nebenwirkungen. Ich würde sehr gerne darauf verzichten, sehe aber keine Alternative wie ich meinem Hund anders helfen kann. Allerdings ist mein Fall jetzt nicht vorbeugend sondern um meinem Hund endlich seinen Juckreiz zu nehmen.
    Herzliche Grüsse

    1. Hallo, an Deiner Stelle würde ich keinesfalls Nexgart, Simparica oder Bravecto geben. Ich fürchte, Du musst herausfinden, um welche Milben es sich handelt, bevor Du Deinem Hund irgendwelche Medikamente geben kannst. LG, Myriam

  2. Hallo, aber es ist bekannt, dass die Nervengifte nur den Parasiten schädigen. In dem Fall haben Hunde andere Rezeptoren als die Parasiten, weshalb die Nervengifte nicht beim Hund oder der Katze andocken können. Kokosöl als natürliches Mittel soll wissenschaftlich belegt nicht gegen Zecken wirken.

    1. Lieber Anonymous, nur zu gerne würde ich Dir recht geben, aber leider reagieren Hunde, Katzen (und Menschen u.v.m.) sehr wohl auf Pestizide. Ich empfehle Dir die Facebookgruppe „Ist Bravecto sicher“. Neben Erfahrungsberichten von Tierbesitzern findet man unter den „Dateien“ eine Menge chemischer Mittel mit ihren Wirkungen. LG, Myriam

  3. Hallo,
    Finger weg von Bravecto – kann ich nur unterstützen!! Fürchterlich, mein Hund bekam Anfälle, wackelt mit dem Kopf. Hoffentlich geht das wieder weg. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich meinen Hund vergiftet habe. Das Schlimmste ist, dass mir ein Tierarzt zu diesem Mittel geraten hat. Wem kann man denn noch glauben?

  4. Hallo,
    nachdem wir jetzt vier Jahre mit Kokosöl, Bierhefe im Futter und amigard gegen die Zecken gekämpft haben haben wir dieses Jahr beschlossen die Spotons von Frontline auszuprobieren .Zwar bin ich eigentlich gegen diese Chemiekeule, aber bereits seit Mitte März haben wir bei unserem langhaarigen Hund einen derartigen Zeckenbefall- trotz o.g.reppellierender Mittel- daß wir uns in der Wohnung nicht mehr wohlfühlen.
    Da auch zwei Katzen im Haushalt leben kommt Permethrin nicht in Frage.
    Ich hoffe, daß unser Hund das Mittel verträgt.
    Ich denke, manchmal muss man Kompromisse machen…..den Zecken hätte ein kalter Winter „gut“ getan…so minus 20 Grad für ein paar Tage.

    1. Hallo,
      es tut mir sehr leid, dass es bisher mit dem natürlichen Zeckenschutz nicht geklappt hat. Ich verstehe natürlich, dass man irgendwann diese Entscheidung trifft, wenn man in der Wohnung ständig auf Zecken trifft. Falls Du nochmal etwas ausprobieren willst, versuche Schwarzkümmelöl und Zistrosetee innerlich (keine Sorge, in kleinen Mengen ist Schwarzkümmelöl nicht gesundheitsschädigend. Die Dosierung von Schwarzkümmelöl findest Du hier: https://www.schlimmerkater.de/hunde/zeckenschutz-ohne-chemie-beim-hund/#Bierhefe-und-Formel-Z
      Ich glaube auch, dass dies ein zeckenreicher Sommer wird.
      Viele Grüße,
      Myriam

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