Was Hunde hassen – und Menschen trotzdem machen

8 Dinge, die Hunde an uns Menschen am meisten hassen. Häufige Fehler beim Umgang mit Hunden und wie du sie vermeinden kannst.

 


Inhalt:

1. Jederzeit gekrault werden
2. Frontal auf Hunde zugehen
3. Umarmt werden
4. Einem Rivalen angeleint auf dem Gehweg begegnen
5. Von Fremden gestreichelt werden
6. Sprechen in hoher Stimmlage
7. Gebadet werden
8. Permanentes Reden

Was Hunde hassen: Kurz zusammengefasst
So erkennst du, wenn der Hund gestresst ist


 

Was Hunde hassen
Hunde lieben uns Menschen und darum nehmen sie unsere Eigenheiten, die ihnen so sehr widersprechen, meist stoisch hin. Aber wenn du deinen Hund glücklich machen willst, vermeidest du diese 8 Fehler.

1. Jederzeit gekrault werden

Hunde lieben Streicheleinheiten. Aber wenn sie sich gerade auf eine andere Sache konzentrieren, z. B. auf den Sport, aufs Training oder Herumtoben mit anderen Hunden, wollen sie nicht gekrault werden. Da geht es Hunden wie uns Menschen. Wenn du dich auf deinen Sport konzentrierst, hast du auch kein Bedarf an Kuscheln.

 

Ist dein Hund also auf eine andere, für ihn wichtige Sache konzentriert, zwinge ihm keine Kuschelzeit auf. Später wird er sich darüber freuen, aber nicht jetzt.

 

2. Frontal auf Hunde zugehen

Ein höflicher Hund geht niemals frontal auf einen fremden Artgenossen zu – außer, er ist auf Konfrontation aus oder will seine Dominanz demonstrieren.

Was Hunde hassen - Konfrontation
So sieht Dominanz aus: Direktes Zugehen auf den Artgenossen, der gesamt Körper nach vorne gerichtet, aufrechter Gang, starrer Blick. Wer genauso wie dieser dominante Vierbeiner auf einen Hund zugeht, muss mit einer Reaktion rechnen.

Bei Hunden beginnt die Begrüßungszeremonie schon lange bevor sie aufeinandertreffen. Sie gehen im Halbkreis aufeinander zu, dabei schnuffeln sie lässig auf dem Boden herum. Dabei zeigen sie ihren Körper von der Seite. Das ist Hunde-Benehmen.

 

Wenn du auf einen fremden Hund zugehst, verhalte dich wie ein höflicher Hund: Gehe nicht direkt auf ihn zu, sondern schlendere in einem Bogen auf ihn zu. Drehe dich dabei leicht seitlich und signalisiere ihm damit, dass du freundliche Absichten hast.

 

3. Umarmt werden

Was Hunde hassen - Umarmung
Dieser Hund fühlt sich gar nicht wohl: Sein Kopf ist weggedreht, das Weiße ist in den Augen zu sehen.

Menschen drücken ihre Zuneigung mit Umarmungen aus und deshalb umarmen sie auch ihre Hunde. Aber Hunde hassen das, fand der US-amerikanische Psychologe Stanley Coren heraus.

 

Legt ein Hund einem Artgenossen die Pfote auf den Rücken, ist das ein Dominanzverhalten. Es bedeutet: Ich stehe in der Hierarchie über dir. Kein Wunder, dass Hunde auf Umarmungen nervös reagieren.

Außerdem fühlen sich Hunde durch eine Umarmung in die Enge getrieben. Hunde greifen bei Gefahr nämlich nicht an, sondern laufen weg. Wenn du einen Hund umarmst, fühlt er sich fixiert. Du verhinderst eine Flucht. Im schlimmsten Fall beißt er zu. Gut nachvollziehbar, wir mögen auch nicht festgehalten werden.

 

4. Einem Rivalen angeleint auf dem Gehweg begegnen

Treffen zwei ungeleinte Rivalen auf einer Wiese aufeinander, regeln sie mit Gesten und Körpersprache, wie sie zueinander stehen. Manchmal auch mit Bellen oder kleinen Rangeleien. Ein harmloses Klären der Rangordnung, die Situation ist schnell geklärt.

 

Begegnen sich zwei Rivalen aber angeleint auf dem Gehweg, können sie die Rangordnung nicht nach Hundeart regeln. Erstens müssen die Hunde frontal aufeinander zugehen und zweitens haben sie zu wenig Platz und zu wenig Zeit für die Begrüßungszeremonie.

 

Was ist nun für dich zu tun, wenn beim Gassigehen ein Rivale entgegenkommt und beide Hunde angeleint sind?  Der Hund braucht nun die Sicherheit deiner Führung. Bleibe nicht stehen, stelle dich nicht an den Rand, bis der andere Hund vorbeigegangen ist, gehe nicht auf die andere Straßenseite, ziehe den Hund nicht zurück. Gebe deinem Hund das, was er jetzt braucht: einen souveränen Hundeführer, der in jeder Situation Herr der Lage ist. Zaudere nicht, sondern gehe einfach weiter, und zwar selbstbewusst, cool und bestimmt. Lass ihn in dieser Situation wo es lang geht. Das gibt ihm Sicherheit.

Umso ängstlicher oder nervöser du dich verhältst, desto aggressiver wird dein Hund auf den Rivalen reagieren.

 

5. Von Fremden gestreichelt werden

Was Hunde hassen - von Fremden gestreichelt zu werden.
Hunde hassen es, von Fremden angefasst zu werden – womöglich auch noch von oben und über den Hund gebeugt.

Genauso wenig, wie wir von fremden Leuten angefasst werden wollen, mögen das auch Hunde nicht. Manche Hunde bekommen sogar Angst. Erst recht, wenn du dich von oben über sie beugst.

 

Hunde sind höfliche Tiere. Niemals würden sie einen fremden Artgenossen mit Berührungen überfallen, wie wir Menschen das mit ihnen tun. Willst du mit einem Hund Kontakt aufnehmen, gehe in einem Abstand von mindestens zwei Metern in die Hocke und begib dich damit auf seine Ebene. Sprich ihn kurz an und signalisiere ihm damit, dass du ihn einlädst, zu dir kommen. Du wirst dich wundern, wie schnell der Hund zu dir kommt. Strecke ihm eine Hand hin und lasse sie beschnüffeln. Das Beschnüffeln ist wichtig und gehört zum Hunde-Benehmen. Reagiert er darauf positiv, kannst du ihn anfassen. Geht der Hund auf Distanz, streichele ihn nicht.

Gestreichelt werden Hunde nach meiner Erfahrung am liebsten am Rücken, an den Flanken und am Bauch.

 

6. Sprechen in hoher Stimmlage

Manche Leute reden mit Hunden in hoher Stimmlage. Wie mit einem Baby. Aber erstens ist der Hund bereits erwachsen, und zweitens ist er kein Mensch, sondern ein Hund – der ohne triftigen Grund überhaupt nicht verbal kommuniziert.

Hunde sind nicht dumm. Um ihnen Freundlichkeit zu signalisieren, muss man nicht in einer niedlichen Babysprache reden. Freundlichkeit kapieren sie auch so. Sie orientieren sich ohnehin an deiner Körpersprache und an deinen Gesten. Am liebsten haben es Hunde, wenn man einfach still ist.

 

Man braucht sich nur mal einen souveränen Hund vorzustellen. Der würde niemals mit seinen Artgenossen wie ein Welpe fiepen. Beim Umgang mit Hunden geht es ja nicht allein ums Freundlichsein. Dein Hund erwartet von dir Sicherheit und Schutz, er will sicher sein, dass du weißt, wo es langgeht und jede Lage im Griff hast. Kurz gesagt, ein Hundeführer bist. DAS gibt ihm Sicherheit und Vertrauen.

Er wird dir gerne folgen, wenn du Souveränität ausstrahlst. Aber ein Begleiter, der wie ein Welpe fiept, strahlt keine Sicherheit aus. Dann fühlt sich der Hund oftmals verpflichtet, selbst die Rolle des Hundeführers zu übernehmen – in seinen Augen gibt es keine Gemeinschaft ohne Führung. Verunsicherte Hunde, Panik-Kläffer und Angst-Schnapper sind die Folge, wenn sie diesen Job übernehmen müssen, obwohl sie lieber Schutz hätten. Sei souverän. Mit deiner Körpersprache und deiner Stimme.

 

7. Gebadet werden

Was Hunde hassen - baden
Gar nicht lustig: Hunde hassen es, gebadet zu werden.

Seltsamerweise wollen viele Menschen ihre Hunde unbedingt mit Wasser waschen – womöglich auch noch mit Shampoo. Was Reinlichkeit angeht, ist ein Hund von der Natur sehr gut ausgestattet: Sein Fell besitzt einen natürlichen Fettfilm, der Schmutz und Nässe von selbst abweist.

Viele Leute baden ihre Hunde, weil sie schlecht riechen. Dabei ist der individuelle Hundegeruch sozusagen sein Personalausweis, mit dem er sich bei anderen Hunden ausweist. Der Geruch ist wie ein Hundeparfüm und spielt in der Hundegesellschaft eine wichtige Rolle.

Wenn du deinen Hund badest, nimmst du ihm seine Würde, weil du seinen Geruch stiehlst.

Bade also deinen Hund nicht, er kann es nicht leiden. Und er hat das auch nicht nötig.

 

8. Permanentes Reden

Menschen kommunizieren vor allem mit Worten. Hunde nicht. In der Hundegesellschaft gilt ein schweigsamer Artgenosse als souveräner Hund. Hunde setzen Körpersprache ein.

Mit ihren vielseitigen Sinnesorganen haben Hunde stets ihre Umwelt Visier. Wie eine Antenne, die von allen Seiten Funksignale aufnimmt. Wenn du ständig auf deinen Hund einredest, ist er nicht mehr in der Lage, das Umfeld zu überwachen. Dadurch reagiert er entweder gestresst oder er schaltet die Geräuschkulisse irgendwann ab und hört nicht mehr auf dich.

 

Hunde reagieren auf Körpersprache und sie verstehen dich damit viel besser als mit Worten. Du kannst folgendes ausprobieren: Gehe hinunter auf den Boden, Schulter nach unten, Hintern nach oben, mit den Armen leicht auf den Boden schlagen. Du wirst staunen, wie schnell dein Hund reagiert. Es ist in Hundesprache die Aufforderung zum Spiel.

 

Die Wissenschaftler Erica Feuerbacher von der University of Florida und Clive Wynne von der Arizona State University fanden sogar heraus, dass Hunden Streicheleinheiten ohne Reden, selbst ohne lobende Worte, am liebsten haben.

Wenn du also deinem Hund etwas Gutes tun willst, dann texte ihn nicht zu. Sei einfach ruhig und verlasse dich auf deine Körpersprache. Wie ein souveräner Rudelführer.

 

Was Hunde hassen: Kurz zusammengefasst

  • Wenn sich Hunde gerade auf eine für sie wichtige Sache konzentrieren, wollen sie nicht gestreichelt werden.
  • Fremde Hunde mögen es nicht, wenn du frontal auf sie zugehst, weil das in der Hundewelt als Aggression verstanden wird.
  • Auch wenn sie es meist stoisch hinnehmen, wollen Hunde nicht umarmt werden, weil sie sich dadurch dominiert und fixiert fühlen.
  • Hunde hassen es, wenn ihnen ein Rivale auf dem Gehweg entgegen kommt, weil sie dann das Hunderitual nicht durchführen können.
  • Hunde wollen nicht von Fremden gestreichelt werden. Zuerst erwarten sie das Begrüßungsritual.
  • Menschen, die mit Hunden in hoher Stimmlage sprechen, werden nicht ernst genommen. Das tut deiner Rolle als Hundeführer nicht gut.
  • Hunde hassen es, gebadet zu werden. Das ist auch gar nicht nötig, weil sich das Fell selbst reinigt.
  • Hunde überwachen ständig und mit allen Sinnen ihre Umgebung. Wenn du sie zutextest, geraten sie in Stress, weil sie diese tief verankerte Aufgabe nicht erfüllen können.

 

Was Hunde hassen - So sieht ein glücklicher Hund
Wenn dein Hund so aussieht, machst du alles richtig. So sieht ein glücklicher Hund aus: leicht geöffnetes Maul, klare Augen, entspanntes Gesicht.

 

So erkennst du, wenn der Hund gestresst ist

Hunde zeigen Stress oder Nervosität anders als Menschen. Wenn dein Hund folgende Gesten zeigt, gefällt ihm die aktuelle Situation ganz und gar nicht und du solltest ihn dort herausholen bzw. sofort damit aufhören, was immer du gerade tust:

  • weit aufgerissene Augen, bei denen das Weiße zu sehen ist
  • erstarrter Körper
  • gesenkte oder an den Kopf gedrückte Ohren
  • von der Ursache weggedrehter Kopf, oft schließen Hunde dabei auch noch die Augen
  • gähnen
  • Lefzen lecken

 

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Myriam

Hier blogge ich - Myriam F. Goetz

Ich liebe es, mit Tieren zusammen zu leben. Es ist schön, einen kleinen Freund an seiner Seite zu haben. Meine wichtigste Erkenntnis: Katzen ticken wie Katzen, Hunde wie Hunde und Menschen wie Menschen. Darum entstehen Missverständisse, die man vermeiden kann, wenn man nicht aus Menschensicht handelt. Dies und anderes erfährst du auf meinem Blog. Ich bin Journalistin und lebe in München.

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8 thoughts on “Was Hunde hassen – und Menschen trotzdem machen

  1. Sehr sehr schöner Artikel. Leider gibt es Menschen, die sich mit dem Verhalten der Hunde überhaupt nicht auskennen und so ziemlich jede Verhaltensweise falsch deuten. Sehr schön erklärt und beschrieben. Danke für den Artikel!

    1. Wir hatten schon einen Hund! Da ich ein Kind bin kann ich viel falsch machen! Ich bin ja nur 9 Jahre alt! Wir hatten aber auch schon einen Hund er wurde 14 und war ein Labrador Mischling! Er hieß Apollo!😔💔

  2. Super Zusammenfassung! Gute Tipps vor allem für Hunde-Neulinge. Schade, dass sehr viele Menschen unser Hundeverhalten falsch interpretieren, z.B. der Blick, bei dem das weiße im Auge zu sehen ist, als niedlichen Dackelblick verstehen. Vor allem über kleinere Hunde wie mich beugen sich Menschen gerne mit dem Oberkörper, reden auf den Hund ein und klopfen sich dabei auf die Schenkel – so ein komisches Verhalten macht mir echt Angst und ich geh‘ lieber, obwohl ich sonst immer freundlich bin! Bitte mehr von diesen Tipps!
    LG von Jordie

  3. Sorry, aber was ist an diesem Artikel super? So viele Halbwahrheiten habe ich schon lange nicht mehr auf einem Haufen gelesen. Das betrifft insbesondere den Abschnitt zum Thema Baden. Der Autor scheint nicht viel über Hunde zu wissen, denn sonst hätte er davon gehört, dass es Rassen gibt, die regelmäßig gebadet werden MÜSSEN, bspw. Pudel. Diese Hunde haben Haare, kein Fell und müssen daher alle 6-10 Wochen geschoren werden. Über einen natürlichen Fettfilm verfügen diese Hunde auch nicht. Auch generell gilt: Wenn der Hund wirklich dreckig ist, dann wird er gewaschen. Mit einem geeigneten Shampoo ist das absolut kein Thema. Da mit Würde und solchem Quatsch zu kommen, also wirklich. Solche Aussagen führen nur zu noch mehr ungepflegten, verfilzten und müffelnden Hunden, die man jetzt schon viel zu oft auf der Straße sieht.

  4. Ich versuche mich gerade etwas in das Thema einzulesen und überlege mir auch einen Hund anzuschaffen. @Tanja: Kann ich den Infos hier trauen?

    Danke für deine Einschätzung.

    1. Bin zwar nicht Tanja, aber ja, den Infos kannst du trauen. Wäre meiner Meinung nach zu viel verlangt, beim Thema Baden auf spezifische Einzelheiten der verschiedenen Rassen einzugehen. Es gibt auch Hunde, die Baden lieben, besonders die Wasser afinen Rassen, aber die Mehrheit der Hunde mag gebadet werden eher nicht. Ich habe es bei meinem (Schäferhund) trotzdem gemacht, teils mit speziellem Shampoo, weil meine Nase auch eine Rolle spielt. Habe die Abstände so gut es geht gestreckt, aber da musste sie durch.

  5. Hallo Myriam,

    ich bin auch glücklicher Hundebesitzer und mit diesem Artikel hast du mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Du sprichst so viele Dinge an, die auch selbst mit meinem Hund erlebe. Gerade das Gassi gehen und einem „Rivalen“ begegnen. Hier sehe ich immer wieder so viele Leute, die ihren Hund überhaupt nicht einschätzen zu wissen. So dass sie sich eigentlich völlig falsch verhalten. Aber etwas sagen darf man dann auch nicht, sonst fühlen sich viele gleich angegriffen ;-).

    Lg
    Sven

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