Katzenstreu entsorgen

Wie entsorgt man Katzenstreu? Biotonne, Restmüll, Komposthaufen oder sogar Toilette? So entsorgst du Streu richtig.


Inhalt:


Aktualisiert am 13.04.2021

Hinweis: Die hier genannten Informationen sind Ergebnis meiner persönlichen Erfahrungen und Recherchen. Für diesen Beitrag habe ich weder Honorar noch kostenlose Produkte erhalten. Es bestehen auch keine Kooperationen mit Firmen.

Verschiedene Mülleimer

Wohin mit dem Katzenstreu: Biotonne, Rest-Mülltonne oder Komposthaufen?
(Foto: © Nicolette Wollentin – Fotolia.com)

Zusammenfassung: So entsorgst du Katzenstreu richtig

Bentonit-Streu ► Restmüll

Pflanzliche Streu ► Kot & Klumpen dürfen in die Toilette

Silikat-Streu ► Restmüll

Streu aus Bentonit

Bentonit-Streu, klumpend

Katzenstreu aus Bentonit (nicht Betonit) bildet sehr feste Klumpen, die beim Herausheben nicht zerfallen.
(Foto: © Myriam F. Goetz)

Bentonit-Katzenstreu bindet den Geruch und klumpt sehr gut. Durch die Klumpenbildung kann lediglich der Urin aus dem Katzenklo herausgeholt werden und der Rest der Streu im Katzenklo bleiben. Je nach Marke ist die Saugkraft bei Bentonit-Streu (nicht Betonit) bis zum vierfachen des Eigengewichts. Man füllt dann nur die entnommene Menge mit neuem Katzenstreu wieder auf. Darum muss man die gesamte Streu viel seltener wechseln als bei nicht klumpender Streu: Je nach Hersteller genügt ein kompletter Wechsel alle sechs bis acht Wochen.

Wer die Streu nach Hause schaffen muss, weiß, wie schwer Bentonit-Streu ist. Aber dafür ist Bentonit-Streu sehr ergiebig.

Bentonit-Katzenstreu darf nicht in die Toilette. Die Klumpen zerfallen im Wasser zwar in ihre Bestandteile, aber es entsteht ein schwerer Schlamm, durchsetzt mit kleinen Steinchen. Diese Masse kann die Abflussrohre verstopfen:

 Bentonit-Katzenstreu ist schwer und setzt sich am Boden ab.

Die Klumpen aus Bentonit-Katzenstreu zerfallen zwar im Wasser, liegen dann aber schwer auf dem Untergrund.
(Foto: © Myriam F. Goetz)

Bentonit ist ein Gestein und besteht aus verschiedenen Tonmineralien. Es entsteht durch die Verwitterung von vulkanischer Asche. Der Abbau findet in Tagebau statt, was aus ökologischer Sicht kritisiert wird.

Bentonit ist ein Naturprodukt, aber wie alle Gesteine verrottet es nicht. Darum darfst du Bentonit-Streu nicht im Biomüll entsorgen. Bentonit-Streu muss in den Restmüll (graue Tonne).

Bentonit-Streu    ►   Restmüll

 

Mineralische nicht klumpende Streu

Nicht klumpende mineralische Katzenstreu möchte ich nur kurz erwähnen, weil sie heute kaum mehr verwendet wird. Es ist quasi der Vorläufer von Bentonit-Streu. Die mineralische nicht klumpende Streu bindet Gerüche schlecht, darum stinkt das Katzenklo sehr schnell und muss häufig komplett ausgetauscht werden. Zumindest ist es billig. Das nicht klumpende mineralische Katzenstreu muss im Restmüll entsorgt werden (graue Tonne).

Streu aus Pflanzenfasern

Pflanzliches Streu

Pflanzliche Katzenstreu gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Umso kleiner die Streu, desto ergiebiger.
(Foto: © Myriam F. Goetz)

Organische Katzenstreu bestehen aus Holz, Zellulose, Stroh, Mais, Zuckerrübenschnitzeln oder anderen pflanzlichen Materialien. Meist klumpen sie nicht ganz so fest wie z.B. Bentonit, aber sie bringen eine sehr gute Geruchsbindung mit und der Rohstoff wächst nach.

Es kommt aber auch auf die Marke an, darum lohnt es sich, verschiedene Pflanzen-Streus auszuprobieren. Manche schaffen eine siebenfache Saugleistung ihres eigenen Volumens. Das Gewicht ist sehr leicht, worüber man sich beim Tragen freut.

Sehr praktisch: Kot und Klumpen kannst du über die Toilette entsorgen. Denn pflanzliches Katzenstreu zerfällt im Wasser in seine Bestandteile, daher besteht keine Gefahr, dass die Rohre verstopfen:

Pflanzenfaser Katzenstreu zerfällt im Wasser.

Pflanzenfaser Katzenstreu zerfällt im Wasser und kann darum in kleinen Mengen in der Toilette entsorgt werden.
(Foto: © Myriam F. Goetz)

Den Inhalt des gesamten Katzenklos solltest du aber keinesfalls in die Toilette kippen – das ist zu viel Material.

Da die Streu aus Pflanzenfasern besteht und somit verrottet, darf sie bestimmt in den Biomüll, oder? So steht es schließlich auch auf vielen Verpackungen. Stimmt aber nicht, denn das letzte Wort haben Städte und Gemeinden – und fast alle haben es inzwischen verboten (wie das in deiner Gegend geregelt ist, erfährst du auf der Website des zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebs).

Der Grund für das Verbot liegt nicht an der Streu, sondern am Katzenkot. Darin kann sich nämlich der Toxoplasmose-Erreger befinden, der auf den Menschen übertragbar und gefährlich ist. Bei der Kompostierung kann der Erreger nicht zuverlässig abgetötet werden, darum darf Katzenkot nicht in den Biomüll (das gilt übrigens auch für Hundekot):

„Tierkot ist von der Biosammlung ausgeschlossen, denn Tierfäkalien stellen ein hygienisches Problem für die Kompostierung dar.“

Abfallwirtschaftsbetrieb München

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München erklärt auf seiner Website, warum Katzenstreu nicht in den Biomüll darf:

Quelle: Abfallwirtschaftsbetrieb München

Kleine Mengen, also Katzenkot und Klumpen, kannst du in der Toilette entsorgen, der Rest gehört in den Restmüll (graue Tonne).

Streu aus Pflanzenfasern   ►   Restmüll; Klumpen & Kot: Toilette

Hinweis: Keine Angst vor Ansteckung durch Toxoplasmose

Machst du dir Sorgen, dass du dich beim Reinigen des Katzenklos mit dem Toxoplasmose-Erreger anstecken könntest? Brauchst du nicht: Der Erreger wird erst 24 Stunden nach dem Ausscheiden infektiös. Daher kannst du eine Infektion vermeiden, indem du spätestens alle 24 Stunden den Kot aus dem Katzenklo entfernst.

Streu aus Silikat

Silikatstreu in Form von Kristallen.

Silikatstreu: Der Geruch bleibt gebunden, das Wasser verdunstet.

Silikatstreu nimmt Flüssigkeiten sehr gut auf und schließt Gerüche ein. Es kann aufgrund seiner porösen Struktur ungefähr die gleiche Menge seines Gewichts an Flüssigkeit aufnehmen. Interessant ist, dass der Geruch in der Katzenstreu gebunden bleibt, aber das Wasser langsam verdunstet. Silikatstreu regeneriert sich bis zu einem gewissen Grad also selbst. Daher kann Silikat-Streu immer wieder Katzenurin aufnehmen – zumindest eine zeitlang.

Da der Urin-Geruch im Silikat eingeschlossen bleibt, musst du lediglich den Kot aus dem Katzenklo entfernen. Je nach Marke kannst du die Streu ca. zwei bis vier Wochen verwenden, ohne dass es stinkt. Dann musst du die komplette Streu auswechseln.

Manche Katzen mögen die Konsistenz von Silikatstreu nicht, manche erschrecken bei dem raschelnden Geräusch. Hersteller raten, die Streu täglich einmal umzurühren. Je nach Marke gibt es Silikat-Streu als Kristalle oder Perlen in verschiedenen Größen. Vorteil bei Langhaarkatzen: Die großen Kristalle bleiben nicht im Fell hängen.

Die Streu ist vom Gewicht her vergleichsweise leicht, was jeden Katzenbesitzer freut, wenn er die Tüten nach Hause tragen muss.

Silikatstreu wird auf Basis von Kieselgel hergestellt. Kieselgel wird auch als Silikagel oder Kieselsäuregel bezeichnet. Je nach Hersteller werden beim Silikatstreu unterschiedliche Materialien verwendet, allen gemeinsam ist Quarz (Siliciumdioxid). Silikate machen übrigens den größten Teil der Erdkruste aus, weshalb es zur Genüge vorhanden ist.

Ursprünglich gab es Silikatstreu nur nicht klumpend, inzwischen bieten einige wenige Hersteller auch klumpendes Silikatstreu an (z.B. Tigerino und MultiFit)

Streu aus Silikat   ►   Restmüll

Was kann Silikat eigentlich noch?

Das so genannte Kieselgel (Silikagel) wird als Trocknungsmittel vielseitig angewandt. Du kennst bestimmt die kleinen Tütchen, die in den Verpackungen von elektronischen Geräten, Handtaschen, Geldbeutel und Schuhen liegen. Darin ist Kieselgel enthalten. Es sorgt dafür, dass der Inhalt trocken bleibt.
Tipp: Mit einem Stoffbeutel oder Wollstrumpf voller Silikat-Streu schlägt im Auto die Scheibe nicht an.

Darf man Katzenstreu und Katzenkot auf dem Komposthaufen entsorgen?

Katzenkot verrottet und darum kannst du ihn theoretisch auf deinem Komposthaufen entsorgen – es ist auch nicht verboten. Jedoch wird aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen dringend davon abgeraten. Im Katzenkot könnte der Toxoplasmose-Erreger stecken, der durch die Verrottung nicht abstirbt. Damit man den Erreger im Komost nicht züchtet, sollte Katzenkot nicht auf den Komposthaufen.

Aber wie sieht es mit pflanzlicher Katzenstreu aus? Die Streu besteht aus Pflanzen, ist somit biologisch abbaubar und würde auf dem Komposthaufen verrotten. Jedoch ist sie durch Urin und Kot verunreinigt. Darum solltest du pflanzliches Katzenstreu nicht auf dem Komposthaufen entsorgen.

Streu aus Bentonit ist zwar ein Naturprodukt, es ist ein Gestein, jedoch kann es nicht verrotten. Eine kleine Menge nicht verunreinigtes Bentonit würde dem Kompost nicht schaden, schließlich wird Blumenerde ebenfalls Sand beigemischt (damit die Erde locker bleibt). Aber erstens ist das Bentonit aus dem Katzenklo immer durch Kot und Urin verunreinigt, und zweites ist die Menge im Katzenklo viel zu viel. Bentonitstreu sollte also nicht in den Kompost.

Silikat-Streu verrottet nicht und behält seine ursprüngliche Größe bei. Auch bei Nässe zerfällt oder schmilzt es nicht. Darum solltest du Katzenstreu aus Silikat nicht im Kompost entsorgen.

Katzenkot    ►   Darf nicht auf den Komposthaufen

Katzenstreu  ►   Darf nicht auf den Komposthaufen

Katzenstreu nach Material sortiert

Falls du die eine oder anderes Katzenstreu-Sorte ausprobieren willst, habe ich hier einige aufgelistet, die meiner Meinung nach gut funktionieren – sortiert nach Material.

Für mich ist es am Wichtigsten, dass das Katzenklo und die Umgebung nicht nach Katzenurin stinkt. Mir ist klumpende Streu lieber, weil sie viel ergiebiger sind und die komplette Streu nur äußerst selten ausgewechseln werden muss.

Diese Streu verwende ich

Ich persönlich verwende das Pflanzenfaser-Streu „Cat’s Best Öko Plus“. Weder das Katzenklo noch die Umgebung stinkt. Es ist sehr ergiebig, weil man immer nur die Klumpen und den Kot aus dem Katzenklo herausholen braucht. Die Streu muss äußerst selten komplett ersetzen werden.

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Foto auf der Startseite: © Nicolette Wollentin – Fotolia.com (Mülltonnen)

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Myriam

Hallo, ich bin Myriam und als Journalistin tätig. Ich liebe es, mit Felltieren zu leben. Bei mir wohnen Katze Biene und Hund Ronja. Auf schlimmerkater.de gebe ich meine Erfahrungen und Recherche-Ergebnisse über Katzen und Hunde weiter.

4 thoughts on “Katzenstreu entsorgen

  1. Die Problematik mit dem Kompost ist wirklich nicht zu unterschätzen. Das machen unglaublich viele Katzenhalter nachweislich falsch.
    In Zukunft kann ich zur Erklärung aber einfach diesen Blogeintrag weiterleiten. 🙂 Guter Beitrag.

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