Krank durch falsches Futter – Katzen richtig füttern

Die meisten Katzen sterben heute an Nierenerkrankungen – maßgeblich ist schlechtes Futter schuld daran. Es enthält Inhaltsstoffe, die für Katzen schädlich sind. Worauf du beim Futterkauf achten musst, erfährst du hier.

 



 

Wie du minderwertiges Katzenfutter entlarvst

Futtermittelhersteller verstecken die Angaben der minderwertigen Inhaltsstoffe im Kleingedruckten und tarnen sie mit wohlklingenden Namen. Darum müssen wir verstehen lernen, was die Begriffe bedeuten.
In der „Zusammensetzung“ müssen die Hersteller die Bestandteile des Katzenfutters auflisten – und zwar in absteigender Reihenfolge. Die Zutat am Anfang der Liste ist also am meisten im Futter enthalten, die letzte am wenigsten. Darum beginnen diese Liste beim Billigfutter nicht mit „Fleisch“, sondern mit Reis, Rübenschnitzel oder gar tierischen oder pflanzlichen Nebenerzeugnisse.
Wir müssen uns darum die Mühe machen, das Kleingedruckte auf dem Katzenfutter zu lesen. Anfangs müssen wir dafür ein bisschen Zeit investieren, aber man verschafft sich bald einen Überblick und weiß dann genau, welches Futter in den Einkaufwagen kommt und welches nicht.

 

Schädliche Füllmaterien im Katzenfutter

 

Katzen sind reine Fleischfresser. Gemüse, Reis, Getreide, Obst, Soja o.ä. gehören nicht zu ihrem Speiseplan. Jedoch mischt die Futtermittelindustrie oft genau das ins Katzenfutter. Als billiges Füllmittel. Der Organismus der Katze kann es aber nicht verwerten und muss es aufwändig als Sondermüll entsorgen. Das schädigt Organe wie Nieren und Leber. Kein Wunder, dass heute jede zweite Katze an Nierenerkrankung stirbt.
 

Was ist an tierischen Nebenerzeugnissen auszusetzen?

 

„Tierische Nebenerzeugnisse“ bedeutet: Knochenmehl, zerkleinertes Fell, Knochen, Federn, Federmehl, Schnäbel, Wolle, Urin, Blut, Därme etc.

 

Fleisch ist teuer, deshalb besteht Billig-Katzenfutter nicht aus Fleisch, was eigentlich Hauptbestandteil des Katzenfutters sein sollte, sondern aus Schlachtabfällen. Genannt wird dies beschönigend „tierische Nebenerzeugnisse“. Als Schlachtabfall gilt alles, was in der menschlichen Nahrungsmittelherstellung nicht verwendet wird und eigentlich in den Müll gehört.

 

Die Schlachtabfälle entsprechen der sogenannten Nebenprodukte der Kategorie 3“ und sind für den menschlichen Verzehr nicht geeignet.
Tierische Nebenerzeugnisse sind nichts anderes als ungenießbarer Müll, gemixt, zerkleinert und gepresst – damit es aussieht wie Fleischstücke. Dieses Zeug fressen Katzen überhaupt nur deshalb, weil es mit Aromen, Lockstoffen und Geschmacksverstärkern angereicht wird.

 

Eine überschaubare Menge an Federn, Därmen, Hufen etc. würden Katzen durchaus vertragen, aber nicht, wenn sie es über Jahre tagtäglich und hauptsächlich fressen.

 

„Tierische Nebenerzeugnisse“ bewirken bei der Katze: Der Organismus wird erheblich geschädigt.

 

Das solltest du tun: Achte darauf, dass keine oder zumindest wenig tierische Nebenerzeugnisse im Katzenfutter enthalten sind.

 

Aber Fleisch ist doch eine positive Zutat, oder?

 

„Fleisch“ bedeutet: Muskelfleisch, aber leider auch Euter, Schlund, gemahlene Rinderhaut, Lunge, Bindegewebe und alles, was für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen ist.

Katzenfutter: Katzen richtig füttern
Falsches Futter macht Katzen krank.

 

Es macht einen großen Unterschied, ob das Katzenfutter aus hochwertigem Muskelfleisch besteht oder aus minderwertigen Resten der menschlichen Nahrungsmittelherstellung. Dennoch wird auf der Verpackung beides als „Fleisch“ ausgewiesen.

 

Wenn „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ auf der Verpackung zusammengefasst sind, ist das ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um Muskelfleisch handelt, sondern um minderwertiges Fleisch wie z.B. Euter, Federn, Schlund und Schlachtabfällen. Ansonsten könnte der Hersteller „Fleisch“ und „tierische Nebenprodukte“ einzeln auflisten und genau die beiden Bestandteile genau deklarieren.

 

Bei der Deklaration wird viel getrickst und verschleiert. Lass dich davon nicht täuschen. Angaben wie „10 % Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 33 % Rind)“ suggerieren, als ob 33 % Rind im Futter enthalten wären. Das ist falsch. Im Klartext: Lediglich 10 % des Futters besteht aus (minderwertigen) Fleischerzeugnissen, davon stammen 33 % vom Rind. In der Dose steckt also etwas mehr als 3 % vom Rind.
Minderwertiges „Fleisch“ bewirkt: Schädigung des Organismuses.

 

Das solltest du tun: Achte auf einen hohen Fleischanteil, mindestens 80 %. Wähle Futtersorten, bei denen das verwendete Fleisch genau deklariert ist. So kannst du auch erkennen, ob es sich tatsächlich um Muskelfleisch oder um minderwertiges Fleisch handelt.

 

Warum sollen Katzen „pflanzliche Nebenerzeugnisse und Getreide“ nicht fressen?

 

„Pflanzliche Nebenerzeugnisse und Getreide“ bedeutet: Abfallprodukte aus der menschlichen Nahrungsmittelindustrie, z.B. zerstoßene Erdnussschalen, Getreideabfälle, Weizenkleber (isoliertes Weizeneiweiss), Soja, Mehle, Lignozellulose (Holz), Zuckerrübenschnitzel, Reis
„Pflanzliche Nebenerzeugnisse und Getreide“ bewirken: Schädigung der Organe wie Niere und Leber, es können Diabetes und Harnsteine entstehen.

Diese Inhaltsstoffe sind völlig widernatürlich. Katzen brauchen keine Kohlenhydrate (Getreide), sondern tierische Eiweiße (Fleisch). Getreide kann der Organismus nur teilweise verdauen und muss aufwändig als Sondermüll entsorgt werden.
Die natürliche Nahrung der Katze enthält nur 1 % bis 5 % pflanzliche Anteile. Fertigfutter enthält jedoch häufig 80 % Getreide.
Das solltest du tun: Wähle ein Futter ohne pflanzliche Nebenerzeugnisse und mit möglichst wenig Getreide aus, am besten unter 5 %.

Durch falsches Katzenfutter werden Katzen krank
Damit Katzen das eklige Katzenfutter überhaupt fressen, werden Aromen und Lockstoffe zugeführt.

Warum ist Zucker im Katzenfutter?

 

„Zucker“ bedeutet: Zucker, Karamell, Sirup, Rübenschnitzel, Rübenblätter, Rübengrün, Saccharose, Melasse, Muskovade, Fondant, Glucose, Dextrose, Galactose, Maltodextrin, Farin, Fruktose, Glykogen, Hexose, Isoglucose, Kandisfarin, Sorbit, Xyli

 

Weil wir Verbrauchen inzwischen wissen, dass Zucker im Katzenfutter nichts zu suchen hat, tarnt die Futtermittelindustrie Zucker mit anderen Begriffen.

Katzen können die Geschmacksrichtung süß nicht schmecken, aber ihr Stoffwechsel gewöhnt sich daran und fordert dann danach. Durch den Zucker riecht zudem das minderwertige Futter für den Menschen (!) besser.

Wenn man z.B. Zuckerrübenschnitzel“ auf der Zutatenliste entdeckt, geht man davon aus, dass dies nichts schlechtes sein kann. Falsch. Der Katzenorganismus kann Zuckerrüben nicht verwerten und muss sie aufwändig als Sondermüll entsorgen. Sowas schädigt die Nieren. Abgesehen davon, schädigt der Zucker erheblich die Zähne.

Zuckerrüben sind ein sehr preiswerter Füllstoff. Verwendet wird aber nicht die Zuckerrübe – die ist für die menschliche Nahrung reserviert – sondern die geschredderten Schalen, Blätter und Wurzeln. Also alles, was bei der Zuckerherstellung nicht verwendet werden kann.
„Zucker“ bewirkt: Diabetes, Durchfälle, Schädigung der Bauchspeicheldrüse und der Darmflora, schwere Zahnschäden

Zucker schädigt den gesamten Organismus der Katze. Im Darm explodiert z.B. die Anzahl von Pilzen.
Das solltest du tun: Kaufe kein Futter mit Zucker oder den Tarnbezeichnungen.

Was sind „Antioxidantien“ (EWG-Zusatzstoffe)?

 

„Antioxidantien“ bedeuten: Ethoxyquin, BHA, BHT, Propylgallate

 

„Antioxidantien“ bewirken: Allergien, Mißbildungen, Nerven- und Leberschäden. In Tierversuchen mit Mäusen erwiesen sich Antioxidantien als krebserregend.
Antioxidantien sind nichts anderes als Konservierungsmittel. Die Gesetzgebung macht aber leider einen Unterschied zwischen Konservierungsstoffen und Antioxidantien. Daher müssen chemische Antioxidantien nicht als solche ausgewiesen werden. Nur deshalb können Futtermittelhersteller versprechen: „Ohne künstliche Konservierungsstoffe“. Dabei sind sehr wohl künstliche Konservierungsstoffe enthalten, nämlich chemische Antioxidantien.

 

Das solltest du tun: Kaufe keine Katzenfutter, die Antioxidantien bzw. EWG-Zusatzstoffe enthalten.

 

Das Wichtigste in Kürze: So erkennst du gutes Katzenfutter

Wenn du das nächste Mal Katzenfutter kaufst, bringst du am besten ein bisschen Zeit mit, um die Inhaltsstoffe zu lesen. Es dauert nicht lange, dann durchschaust du die Angaben und kennst gesunde Futtersorten. Der anfängliche Zeitaufwand lohnt sich: Deine Katze lebt länger und muss nicht mit Nierenerkrankungen dahinvegetieren.
Nachfolgende Liste solltest du ausdrucken und in deinen Geldbeutel stecken, so hast du sie beim Kauf von Katzenfutter immer dabei.

 

Gutes Katzenfutter enthält…

  • … mindestens 80 % Fleisch
  • … keine oder zumindest wenige tierischen Nebenprodukte
  • … weniger als 5 % Getreide (z.B. Weizen, Reis, Soja)
  • … nur natürliche Antioxidantien wie Vitamin E, C oder Kräuteröle
  • … keine chemischen Antioxidantien
  • … keine Bindemitteln wie Gelatine oder Cassia Gum
  • … keine künstlichen Aroma-, Farb- und Lockstoffe
  • … kein Zucker, Karamel, Sirup, Zuckerrübenschnitzel
  • … keine pflanzlichen Nebenprodukte wie Zellulose, Trockenschnitzel, Erdnussschalen
  • … kein Propylenglycol (Polypropylenglycole finden Verwendung in Wasch- und Reinigungsmitteln, Kunstharzen, Gefrierschutzmitteln und werden auch als Antischaummittel, Weichmacher und Schmiermittel eingesetzt)

 

  • Fleisch und tierische Nebenprodukte werden separat voneinander deklariert

 

Zusatzinfo
Du wirst dich jetzt vielleicht fragen, warum Stiftung Warentest in seinem Katzenfutter-Test vorallem Futter von Billiganbietern empfiehlt? Dazu findest du hier (Taubertalperser) und hier (Blog.katzen-fieber) einen interessanten Beitrag.

 

Der Text kann gerne geteilt werden.

 

Auch interessant:

Erbrechen bei Katzen – wann musst du zum Arzt?

Selfie – mit dieser App fotografiert sich deine Katze selbst

Katzenspiele fürs iPad

Apps für Katzen – Android

10 Tipps: Katzen zusammenführen

 

Weiter zu:

Hunde

Katzen

 

Foto: (c) absolutimages, Fotolia.com, (c) kozorog, Fotolia.com

15 thoughts on “Krank durch falsches Futter – Katzen richtig füttern

  1. Oje, jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich habe das nicht gewusst. Das werde ich sofort ändern. Danke für diesen Text.
    Eine Webseite ist klasse!

  2. Toller Beitrag – danke! Das Problem ist nur, dass man kein Katzenfutter findet, was all diese Kriterien erfüllt. Ich bin sehr bedacht darauf, was meine Katzen essen und suche seit Jahren ein halbwegs perfektes Allein-futtermittel – keine Chance! Entweder zu wenig Fleischanteil, zu viel bzw. ausschließlich Innereien, mit Cassia Gum oder anderen unerwünschten Zusätzen. Es ist echt zum Verrücktwerden. 🙁
    Bei den Ergänzungsfuttersorten, welche man ja auf Dauer nicht allein füttern kann, findet man Huhn pur oder Thunfisch, dann hört es aber auch auf. Thunfisch isst einer meiner Kater nicht.
    Es wäre schön, wenn Sie noch ein paar Beispiele für gutes Katzenfutter aufführen könnten!

    1. Habe 2 katzen gehabt die nur brocken gefressen haben, beide sind über 20 jahr alt geworden. Nun habe ich seit 10 jahre ein kater, der keine brocken frisst, nur dosenfutter, und er kotst viel die letzte zeit. Was soll ich machen?

    2. Echt jetzt? Toller beitrag? schau mal wer die meisten suchtmacher ins futter kippt. die 4 größten konzerne, die alle auf der peta-liste stehen (mit sinnlosen, qualvollen tierversuchen). mögen all eure katzen einen fluchtweg finden, denn die sind zweifels ohne besser ohne euch dran-die straße birgt gefahren, aber der katzenliebhaber noch viel mehr

  3. Hallo und danke für den tollen Beitrag.
    Unsere kleinen Lieblinge sollte immer gesundes Futter bekommen.
    Darum sollte man auch bei Profis kaufen.
    Die Katze meiner Schwester ist immer sehr vital, da sie die beste Nahrung bekommt.
    VG Juliane

  4. Toller Beitrag aber wäre gut gewesen gute Futtermittel auch zu nennen.

    Selbst im fressnapf findet man viel mit Zucker getreide usw .

    Habe in Moment animonda aber mag sie nicht weil sie mit viel sosse liebt .
    Gibt fast nix gutes und mit sosse schon 3 mal ne t schade

  5. Hallo und vielen Dank für die interessante Seite. Ich bin auch von den anderen Themen auf Ihrer Hompage beeindruckt/begeistert!! Die Lösung für artgerechtes Katzenfutter ist ganz einfach, aber man braucht schon Geduld bei der Umgewöhnung! Die Stubentiger können schon sehr stur und uneinsichtig sein! Niemals aufgeben und immer wieder versuchen! Meine Empfehlung lautet ganz klar: BARF (Biologisch Artgerechtes Roh Futter) und ich empfehle allen, die Probleme bei der Berechnung haben, nach Fertig-Barf zu suchen. Es gibt im Netz diverse Anbieter (Zoobedarf Hitzegrad, Frostfutter Perleberger, Beute-Fuchs, ProCani, Pets Deli Deutschland,… um nur einige zu nennen). Gut austricksen ließ sich meine Samtpfote mit einem Leckerli oben drauf. Sie wird dann so gierig, dass sie das darunter liegende Häppchen gleich mit vertilgt! Wenn die Fellnasen erstmal die Vorzüge erkannt haben, dann darf nie wieder etwas anderes ins Schälchen kommen! Bei Gekochtem oder Dosenfutter rümpft meine „Maus“ die Nase, schüttelt sich und rennt schnell aus der Küche – eine echte Feinschmeckerin 😉 Die überwiegenden Vorteile liegen klar auf der Hand, allerdings muss man als „Liebhaber“ etwas Disponieren/Vorplanen können, da die Mahlzeit ja erst aufgetaut werden muss und nicht eiskalt verfüttert werden sollte. Wer fragen hat, kann diese gerne stellen! Ich schaue ab jetzt jede Woche nach, ob sich jemand meldet, denn das Tierwohl liegt auch mir sehr am Herzen und die Futtermittelindustrie druckt zwar gesunde, glückliche Katzen mit Herzchen auf die Verpackungen, aber nach dem obigen Artikel ist das in Wirklichkeit sicher nicht der Fall! Auf lange Sicht freuen sich aber ganz sicher die Tierärzte!!

  6. „BARFEN“ ist die einzige auf lange Sicht gesunde Fütterungsmöglichkeit! Wer mit dem selbst zusammenstellen Probleme hat, sollte sich nach Fertig-Barf-Produkten umsehen. Im Internet gibt es genügend Anbieter. Leider muss ich das hier an dieser Stelle schreiben, da die Verfasserin des Artikels ihre Leser/-innen im Dunkeln stehen lässt!! Schade!

  7. HALLO FRAU GOETZ! WAS WOLLEN SIE MIT DIESEM ARTIKEL BEZWECKEN? WACHRÜTTELN! SIE SEHEN DOCH DIE RATLOSIGKEIT BEI DEN KOMMENTAREN! VIELEN KATZENBESITZERN MUSS MAN AUF DIE SPRÜNGE HELFEN – ZUM WOHLE DES TIERES!!!! WIE ERNÄHREN SIE IHRE KATZE(N)? ICH WÄRE SEHR FROH UND DANKBAR, WENN SIE IN NAHER ZUKUNFT IHREN ARTIKEL ERWEITERN UND ZUMINDEST DAS WORT „BARFen“ ERWÄHNEN, DAMIT SIE IHRE LESERSCHAFT NICHT LÄNGER IM DUNKELN STEHEN MUSS! LG Tine P.S.: Ich würde mich über eine Antwort von Ihnen freuen – info_cs@gmx.net!

    Ein weiteres Thema, das mich in diesem Jahr sehr betroffen gemacht hat! Es geht um die Einschläferung von (kranken) Tieren: https://www.haustier-center.de/6772/t-61-qualvolle-einschlaferung UND https://de-de.facebook.com/people/Gabriele-Lang/100002335973306
    Ich war bereits betroffen, da ich vor 20 Jahren eine meiner damaligen Katzen unwissend so grausam einschläfern ließ!…………..

  8. Für Interessierte an diesem Thema empfehle ich diesen fachkundigen Beitrag einer Tierärztin aus Wien: https://www.youtube.com/watch?v=IWIHHx7JepM&t=2846s

    Dazu noch einen kurzen Kommentar zu den Argumenten, die in diesem Artikel vorgebracht wurden:

    1. Zu allererst sollte man sich bewusst werden, dass Katzenfutter dem Futtermittelrecht unterliegt. Da Katzenfutter auf dem Boden steht und daher für Kleinkinder erreichbar ist, ist es eines der am strengsten geprüften Nahrungsmittel in Europa (siehe beispielsweise: https://www.baes.gv.at/futtermittel/ueberwachung-und-kontrolle/). Das Risiko, dass tatsächlich schädliche oder (wie oft behauptet) „süchtig“ machende Zusätze verwendet werden, ist daher verschwindend gering. Dagegen ist das in den Kommentaren mehrfach gefallene Barfen bislang weit weniger streng reglementiert.

    2. Als Schlachtabfall gilt alles, das nicht für den menschlichen Verzehr gedacht ist, z. B. aufgrund des Aussehens. Minderwertig ist es damit noch lange nicht. Katzen in freier Wildbahn fangen Mäuse und fressen von diesen nicht nur die feinen Filetstücke sondern alles bis auf die Galle.

    3. Reine Fleischfresse ist halb richtig. Die Beutetiere haben meist Reste von Getreide im Darm, der mitgegessen werden. Dementsprechend ist die Ernährung von Katzen sehr wohl auf einen Anteil von Getreide ausgelegt (siehe beispielsweise hier: https://www.test.de/FAQ-Katzenfutter-Was-Mieze-gut-tut-und-was-nicht-5172058-0/)

    4. Weil hier so oft Barfen erwähnt wurde: Bei Hunden ist es schon recht schwierig, richtig zu barfen. Nährstoffe korrekt auszubalancieren und in sinnvollen Dosen zu verabreichen erfordert eine sehr gute Kenntnis der Materie, ist aber grundsärtzlich mit tierärztlicher Beratung kein Problem. Bei Katzen sieht das anders aus. Eine pure Fleischernährung ist gleich einer Mangelernährung, da Fleisch eine Menge wichtiger Nährstoffe nicht enthält, z. B. Ballaststoffe, die verdauungsförderlich für Katzen wirken.

    5. Tatsächlich schädlich an Katzenfutter ist Phosphor, das die Nieren stark angreift. Stiftung Warentest hat Phosphor in erhöhten Mengen vor allem in teurem Katzenfutter gefunden (siehe beispielsweise hier: https://www.focus.de/wissen/praxistipps/katzenfutter-test-2017-das-beste-nassfutter_id_7034074.html)

    Zusammenfassend: Vor allem innerhalb der EU unterliegen Lebensmittel sehr strengen Richtlinien, die in diesem Fall gemeinsam mit Verterinärmedizinern erarbeitet und auch von solchen geprüft werden. Für das Finetuning alles grundsätzlich zugelassenen Futtermittel können wir uns auf unabhängige und seriöse Institute und deren Experten verlassen, wie beispielsweise Stifung Warentest.

    1. Liebe Nicole, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Auch wenn ich nicht Deiner Meinung bin, schätze ich Deinen Aufwand dafür. Oft gehört etwas Mut dazu, seine Meinung zu äußern, erst recht, wenn mit Gegenwind zu rechnen ist. Danke dafür, das meine ich wirklich ehrlich.

      Ein paar Worte möchte ich zu Deinen Anmerkungen sagen: Gerne wird als Argument gegen das Barfen angebracht, dass es viel zu kompliziert wäre, die Nährstoffe für Katze oder Hund korrekt auszubalancieren und in sinnvollen Dosen zu verabreichen. Seien wir mal ehrlich: Beim Menschen ist eine sinnvolle, gesunde Ernährung genauso schwierig oder leicht. Die Ernährung ist bei Katzen und Hunden zwar etwas anders, aber nicht komplizierter als bei uns. Wir dürfen uns das ruhig zutrauen. Früher, als noch kein industriell hergestelltes Futter angeboten wurde, haben wir das auch hinbekommen.
      Immer wieder hört man, dass Katzen Getreide fressen dürften, weil dies auch im Magen der Beutetiere enthalten wäre. Nach meiner Erfahrung fressen Katzen bei Beutetieren Magen und Darm nicht, sondern lassen beides übrig.
      Fast jede Katze bekommt früher oder später Nierenprobleme, weil sie mit getreidehaltigem Futter (und weiteren gesundheitsschädlichen Bestandteilen) gefüttert wurde – meist im guten Glauben ihrer Halter, dem Tier etwas Gutes zu tun.
      Die Ergebnisse über Tierfutter von Stiftung Warentest werden generell kontrovers diskutiert. Hochwertige, naturbelassene Futtermittel ohne künstliche Zusätze landen häufig auf den unteren Plätzen. Wohingegen Kitekat, Whiskas & Co. auf den oberen Plätzen stehen – trotz Getreide, Zucker oder Müll aus der menschlichen Nahrungsmittelindustrie. Daher sollte man sich zuerst die Testbedingungen und -umstände ansehen, also wie getestet wurde, auf was Wert gelegt wurde und wie gemessen wurde.
      Viele Grüße, Myriam

  9. So viel Blödsinn.
    Du verlinkst die Beschreibung über Kat. 3 Fleisch und schreibst es ist verboten für den menschlichen Verzehr. Also wenn du lesen könntest hättest du den Link nicht eingefügt oder es korrekt dargestellt.

    Lunge, Magen, Herz werden vom Menschen oft gegessen. Also kein kat. 3 Fleisch.

    Bindegewebe hat sehr wohl was im Futter verloren. Wenn du Ahnung hättest wüsstest du das sogar dein Steak Bindegewebe (ja der Muskel muss ja zusammenhalten) hat. Sollte auch das eine oder andere Gummibärchen im Mund landen isst du auch Schlachtabfälle. Ja Gelatine ist Bindegewebe.

    Antioxidantien: sind Stoffe die Oxidationen verhindern und dabei selbst reduziert werden. Vitamin C ist ein Antioxidantie, Vitamin E ist eines. Dürfen die auch nicht rein? Machen ja Krebs im Tierversuch? Denk dabei am besten bei einem Glas Orangensaft nach.

    Mathe ist auch nicht deine Stärke. Soll das Futter 80% Fleisch und 20% Wasser oder 80% der 20% welche nicht Wasser sind? Bei ersteren: nicht Mal Trockenfutter ist so trocken.

    Zucker ist zwar manchmal drinnen, aber nicht wegen dem Geruch sondern wegen der Karamellfarbe. Wie beim Menschen hat Diabetes nicht direkt was mit Zuckerkonsum zu tun sondern mit dem Körperfett. Insulinrezeptoren werden durch Fettsäuren blockiert und so entsteht der Typ 2. Wenn man allerdings das Tierchen so überfüttert das dann Diabetes rausschaut – das liegt an euch nicht am Futter.

    Es hat ja jeder seine Meinung, aber wenn so viel falsch ist… Bitte nicht alles glauben was da steht. Und ich hab nicht alles gelesen. War mir dann zwischendurch zu blöd wenn Mal garkein Sinn dahinter bestand.

    1. Lieber Flo, du irrst dich. Die Kategorie 3 betrifft z.B. Schlachtkörperteile, die für den Menschen als untauglich zurückgewiesen wurden, tierische Nebenprodukte, die bei der menschlichen Fleischproduktion nicht verwendet werden dürfen oder Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren – eigentlich gehört das in den Müll. Dabei handelt es sich nicht um Fleisch, sondern um Schlachtabfälle. Wenn eine Katze mal gemahlenes Hornpulver frisst oder Därme, macht ihr das nichts aus. Aber wenn sie das minderwertige Futter tagtäglich frisst, schadet es ihrem Körper erheblich. Sonnige Grüße, Myriam

  10. Hallo Myriam, alles schön und gut. Jeder von uns Tierhaltern wird für sich entscheiden müssen, was er seinen Familienmitgliedern zumutet und was nicht. Was Stiftung Warentest angeht, bin ich voll mit Ihnen-kontrovers.
    Was mich jedoch sowas von entsetzt, sei es aus den Kommentaren Ihrer Leser oder eben der Bewertung von Stiftung Warentest: Kein Wort über Tierversuche für Tiernahrung. Die 4 größten Hersteller an Tiernahrung (Nestlé-wen wundert´s, Mars, Procter & Gamble, Colgate Palmolive-Hill’s Science Diet) Diese 4 und andere weniger namhafte Futtermittelhersteller unterhalten Tierlabore im Ausland oder arbeiten mit ausländischen Universitäten zusammen. So wird Katzen z. B. im Anschluss an Futtertests der Bauch geöffnet und Proben aus dem Darm entnommen, oft mehrere Male hintereinander, nach verschiedenen Fütterungstests. Oder man probiert, ob die Fütterung einer Nierendiät Vorteile bringt, wenn man gesunden jungen Katzen künstlich einen Nierenschaden zufügt. Kein Haustierhalter, hat wohl Verständnis dafür, dass viele Hersteller Tierversuche zulassen. Ich bin mit Katzen groß geworden, alle waren Freigänger und keine hatte ernährungsbedingte Probleme. Für Halter einer armen Wohnungskatzen wünsch ich mir echt mehr Interesse an tierversuchsfreien Tiernahrungen, als ein Interesse ob Getreide, Zucker oder Müll aus der menschlichen Nahrungsmittelindustrie beigemischt ist. Und in der Tat: barfen ist nicht schwerer, wie auf seine eigene Ernährung zu achten…aber wer macht das schon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.