Knoblauch ist für Hunde nicht giftig

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Knoblauch und Zwiebelgewächse sollen für Hunde giftig sein. Das stimmt so aber nicht.

Wie kommt das Gerüchte zustande, dass Knoblauch für Hunde giftig sei? Es wird immer wieder eine Studie über Knoblauch und Hunde zitiert, in der das belegt sein soll. Aber: Wer auch immer das Gerücht in Umlauf gebracht hat, hat die Studie entweder nicht verstanden oder nicht gelesen.

Warum Knoblauch giftig sein soll

Die Befürchtung ist, dass Knoblauch die roten Blutkörperchen des Hundes schädigen könnten. Rote Blutkörperchen versorgen den Körper mit Sauerstoff. Sind die roten Blutkörperchen beschädigt, entsteht im Laufe der Zeit eine Blutarmut (Anämie) und der Körper kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Im schlimmsten Fall kann das zum Tod führen. Aber trifft das bei Hunden auf Knoblauch zu?

Die Studie zu Knoblauch

Studie: Lee et al., 2000

Bei dieser Studie verabreichten die Wissenschaftler den Hunden 5 g Knoblauch pro kg Körpergewicht. Pro Kilogramm Körpergewicht wohlgemerkt! Sie gaben also z.B. einem 10-kg-Hund 11 Knoblauchzehen.

Knoblauchzehe auf Waage
Eine mittelgroße Knoblauchzehe wiegt etwa 4,5 Gramm.

Daraufhin sahen die Wissenschaftler etwas, das aussah wie eine Veränderung der roten Blutkörperchen. Es sah also so aus. Aber eine konkrete Aussage konnten die Wissenschaftler nicht treffen. Sie waren sich nicht sicher.

Sicher ist: Keiner der Hunde entwickelte in der Studie durch den Knoblauch eine Blutarmut.

Wieviel Knoblauch darf ich meinem Hund nun geben?

Wer also seinem Hund gelegentlich eine Knoblauchzehe zu fressen gibt, muss sich nicht verrückt machen lassen.

Tierheilpraktikerin Swanie Simon ist derselben Meinung: „Nach meinem Futterplan darf ein 30 kg Hund 3 Knoblauchzehen pro Woche fressen“.

Prof. Annette Liesegang, Institutsdirektorin und Professorin für Tierernährung, Universität Zürich empfiehlt sogar eine mittlere Tagesdosis von bis zu 4 g Knoblauch, also 1 Knoblauchzehe pro Tag (Quelle: Gesunde und vollwertige Frischfütterung für Hund und Katze).

So viele Knoblauchzehen sind unbedenklich:

10-Kilo-Hund: 1 Knoblauchzehe pro Woche
20-Kilo-Hund: 2 Knoblauchzehen pro Woche
30-Kilo-Hund: 3 Knoblauchzehen pro Woche

Knoblauch wirkt gegen Parasiten wie Flöhe, Würmer und Zecken, sowie Viren, Pilze, Würmer und Bakterien. Er fördert die Verdauung und die Durchblutung, indem er die Blutgefäße erweitert.

Die Studie zu Zwiebeln

Studie: Cope, 2005 (2. Seite)

Laut der Studie entstanden Schädigungen an den roten Blutkörperchen, als die Wissenschaftler den Hunden 15 bis 30 g Zwiebeln pro Kilogramm Körpergewicht (!) verabreichten.

Eine Blutarmut entstand erst, nachdem den Hunden 50 g Zwiebeln pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht wurde (gegeben über zwei Tage).

Eine Zwiebel wiegt etwa 80 Gramm

50 g Zwiebeln pro Kilogramm Körpergewicht könnten also eine Blutarmut auslösen. Aber wieviel Zwiebeln sind das eigentlich? Rechnen wir das für einen 10-Kilo-Hund aus:

10 kg Hundegewicht x 50 g Zwiebeln = 500 g Zwiebeln. Eine Zwiebel wiegt durchschnittlich 80 g. Also: 500 g / 80 g = 6,25 Zwiebeln

Eine Blutarmut kann also bei einem 10-kg-Hund entstehen, wenn du ihm mehr als 6 Zwiebeln gibst.

Die durch Zwiebeln herbeigeführte Blutarmut der Hunde wurde im Anschluss der Studie behandelt und verschwand bei allen Hunden.

Hinweis:
Bei japanischen Hunderassen wie z.B. Shiba Inu, Chow Chow, Shar-Pei, solltest du auf Knoblauch verzichten, da sie zu einer Blutkrankheit (Mikrozytose) neigen.
Wenn bei deinem Hund Verdacht auf Anämie besteht, solltest du ebenfalls kein Knoblauch füttern.

Die Menge macht das Gift

Viele Stoffe sind in großen Mengen giftig – auch für den Menschen. Das ist zum Beispiel auch bei gewöhnlichem Salz der Fall – kein Witz.

3 Gramm Salz pro kg Körpergewicht ist für Menschen giftig. Ein Kleinkind kann also von einem Esslöffel Salz (20 Gramm) sterben. Für einen Erwachsenen sind etwa 10 Esslöffel Salz innerhalb tödlich.

Eine übliche Packung Salz aus dem Supermarkt enthält 500 g. Die Hälfte davon bringt einen Erwachsenen um.

Die toxische Wirkung entsteht durch die sogenannte Osmose: Das viele Salz im Körper zieht durch die Membranen das Wasser aus den Zellen heraus. Das ist tödlich.

Quellen: Zeit Online: Tod durch Versalzen, Podcast „Die Zeichen des Todes“, Rechtsmediziner Prof. Michael Tsokos: Versalzen – Ein tragischer Fall um ein tödliches Hausmittel

ENDE

Rechtlicher Hinweis: Meine Beiträge entstehen durch umfangreiche Recherche und eigener Erfahrung. Sie sind kein Ersatz für die tierärztliche Behandlung. Krankheiten und Verletzungen sollten unverzüglich vom Tierarzt behandelt werden.

Foto auf der Startseite und im Beitrag © Myriam F. Goetz

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10 Kommentare zu „Knoblauch ist für Hunde nicht giftig“

  1. Früher gab ich unsrem 1. Hund auch immer etwas Knoblauch so alle 14 Tage und er hat es stets gut vertragen. Er hatte nie irgendwelche Probleme. Immer eine halbe Zehe. Beim jetzigen habe ich mich nicht mehr getraut weil es hiess ist giftig. Nach dem guten Artikel werde ich aber wieder damit beginnen. Danke.

    1. Vielen Dank für Dein Feedback. Man liest irgendetwas und lässt sich verunsichern. Schließlich will man seinem Haustier nicht schaden. Es freut mich, dass Du Dich jetzt wieder traust. Liebe Grüße, Myriam

  2. Hallo,
    und wie in so vielen Fällen macht eben nur die Menge das Gift.
    Es ist schön zu wissen, dass kleine Mengen meinem Hund nicht schaden.
    Vielen Dank für den ausführlichen Artikel.
    LG aus Hannover,
    Anthea

  3. Eine sehr Interessante Seite. Gut zusammen gefasst und erklärt. Mir wurde auch immer gesagt das Knoblauch und Zwiebelgewächse für Hunde giftig sind. Aber habe hier wieder was dazu gelernt das dies so nicht ganz richtig ist. Vielen Dank.

  4. Ich habe 4 Hunde und kochen ihnen in mein selbstgekochtes Futter immer 2 Knoblauch mit rein das reicht aber 4-5 Tage da ich das selbst gekochte nur 2 suppenlöffel voll zum Futter dazugeben!!! Frage ist das gesundheitlich schädlich ?????

    1. In diesen kleinen Mengen ist Knoblauch für Hunde nicht giftig. In dem Text „Knoblauch ist für Hunde nicht gifitig“ sind die Mengen angegeben, die für Hunde keinerlei Risiken bedeuten – je nach Hundegewicht. Daran kannst Du Dich orientieren. LG, Myriam

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