Katzen: Ein hoher Napf schmerzt beim Fressen

Angelt deine Katze das Futter mit der Pfote aus dem Napf heraus? Frisst sie das Futter nur in der Mitte? Dann stoßen ihre Schnurrhaare am Napf an – das tut weh. Hier erfährst du, warum das so ist und wie der optimale Katzennapf aussieht.


Inhalt:

 


 

Warum Schnurrhaare schmerzen

Die eigentlichen Schnurrhaare schmerzen nicht. Sie bestehen wie unsere Haare aus leblosen Material. Aber sie sind tief in der Haut verankert, und zwar in einen speziellen Haarbalg mit zahlreichen Nervenenden. Der Haarbalg reicht fast 2 mm in die Haut, und damit etwa dreimal so tief wie das normale Fell.

Die Nervenenden der Schnurrhaare sind äußerst empfindlich. Sobald sich ein fester Körper bewegt, zum Beispiel ein Hund beim Gassigehen, verändert das die Schwingungen in der Luft. Katzen spüren diese winzigen Luftveränderung mit ihren Schnurrhaaren – so sensibel sind Tasthaare.

 

Katzen sind tapfere Tiere. Sie sind keine Heulsusen, die wegen jeder Kleinigkeit jammern. Wenn sie sich aber beim Fressen seltsam verhalten – und keine Krankheit zugrunde liegt, – haben sie dafür einen triftigen Grund: Ihre Tasthaare stoßen an den hohen Rand des Fressnapfes. Das schmerzt.

Ein Katzennapf mit viel zu hohem Rand.
So macht das Fressen keine Freude. Der Rand des Napfes ist viel zu hoch.

 

Entsprechend reagieren die Tiere darauf: Sie fischen das Futter mit der Pfote aus dem Katzennapf oder holen es mit dem Mäulchen heraus und fressen auf dem Boden.

 

Andere Samtpfoten fressen das Futter nur in der Mitte des Napfes ein Loch und lassen den Rest am Rand liegen. Oft schauen sie uns dann erwartungsvoll und hungrig an und wir verstehen nicht, warum die Katze vor einem halbvollen Napf steht und trotzdem um Futter bettelt.

 

Katze fischt Futter aus dem Napf.
Du solltest aufhorchen, wenn deine Katze das Futter mit der Pfote aus dem Napf fischt.

Ob schmerzende Schnurrhaare für das Verhalten der Grund sind, kannst du ganz einfach testen: Gebe das Futter auf einen ganz normalen flachen Teller, also keinen Suppenteller, sondern Frühstücksteller oder Unterteller. Wenn die Katze nun ganz normal frisst, kannst du dir sicher sein, dass deine Katze mit dem Fressnapf ein Problem hat.

Selbst wenn deine Katze weniger empfindlich reagiert, solltest du ihr eine Freude machen und einen artgerechten optimalen Napf besorgen.

 

Schnurrhaare stoßen am hohen Napf an.
Noch kann die Katze ihre Schnurrhaare zur Seite biegen, damit sie den hohen Napf nicht berühren. Bald wird sie damit anstoßen. So sieht der optimale Katzennapf nicht aus.

 

Der optimale Katzennapf – Voraussetzungen

 

  • Der optimale Katzennapf hat einen niedrigen Rand und ist nicht höher als 4 cm.

 

  • Ein artgerechter Fressnapf für Katzen ist nicht nur flach, sondern hat auch einen großen Durchmesser. 15 cm sollten es mindestens sein.

 

  • Die Form ist rund oder oval oder extrem abgerundet. In Ecken bleiben schwer erreichbare Futterreste hängen, die kaum zu reinigen sind.

 

  • Die Oberfläche ist glatt, damit sich in den Poren keine Futterreste und Bakterien ansammeln können. Der ideale Katzennapf besteht aus Glas, Keramik, Porzellan oder Edelstahl. Nicht aus Plastik oder Kunststoff, denn das sondert Gerüche aus – das mögen Katzen mit ihrem feinen Geruchssinn nicht.

 

  • Der Fressnapf darf nicht zu leicht sein, sonst rutscht er beim Fressen auf dem Boden herum. Alternativ sollte er einen rutschfesten Untergrund aufweisen.

 

  • Der optimale Katzennapf kann in der Spülmaschine gereinigt werden.

 

Der optimale Katzennapf: Empfehlenswerte Näpfe

 

Eine breite, tiefe Dessertschale reicht als Katzennapf aus.
Katzen ist egal, wie der Napf aussieht. Eine breite, tiefe Dessertschale reicht als Katzennapf aus.

Du musst nicht extra einen Katzennapf kaufen, günstige Dessertschalen reichen aus. Für meine Katzen verwende ich flache, runde, breite Dessertschalen mit einem Rand von 3 cm und einem Durchmesser von 15 cm.

Wichtig ist, dass der Rand niedrig, aber dennoch vorhanden ist. Denn Katzen lecken das Futter mit der Zunge ins Maul. Begrenzt kein Rand den Napf, schieben sie das Futter aus den Napf heraus.

 

Bienes Futterstelle besteht aus einem großen Tablett mit einer Lage Küchenrolle obendrauf. Falls beim Fressen doch mal was daneben geht, tausche ich lediglich die Lage Küchenrolle aus – und alles ist wieder sauber. Übrigens steht Bienes Wasserschale nicht auf dem Tablett, sondern weit davon entfernt. Warum das so ist, kannst du hier lesen: Katzen sollen viel trinken! Aber wie? 

 

Deiner Katze ist es egal, wie der Futternapf aussieht, ob es sich dabei um eine schlichte Dessertschale oder einen hübschen Katzennapf handelt. Wenn du aber einen optimalen Katzennapf haben möchtest, der schön aussieht und zudem für Katzen geeignet ist, empfehle ich dir nachfolgende Fressnäpfe*. Dabei handelt es sich um meine persönlichen Empfehlungen und nicht um versteckte Werbung oder bezahlte Firmen-Kooperationen.

 

Nobby Katzen Keramik Schale oval
Nobby Katzen Schale, oval, Keramik

17 x 11 x 2,5 cm

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Trixi Katzennapf, verschiedene Farben
Trixi Katzennapf, versch. Farben, Keramik

Ø 15 x 3,5 cm

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Replus Futterstation in Walnuss - für Katzen
Replus Futterstation in Walnuss, Porzellanschale

Futterstation: 30 x 15 x 5 cm

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Trixie Keramiknapf für Katzen, weiß
Trixie Napf für Katzen, Keramik

Ø 15 cm, Höhe: 4 cm

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Lucky-Kitty Keramik Katzennapf
Lucky-Kitty Katzennapf, Keramik

Ø 18 cm, Höhe: 4 cm

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Futternapf aus Naturmaterial: BecoThings
BecoThings Futternapf aus Pflanzenfasern

Ø 15,5 cm, Höhe: 1 – 2 cm

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Was Schnurrhaare können

Katzen erkennen mit Hilfe der Schnurrhaare in der Nacht die Umgebung. Allerdings funktioniert das nur mit intakten Schnurrhaaren. Sind sie abgebrochen, beschädigt oder gar abgeschnitten, kann die Katze nachts nicht mehr jagen. Und auch tagsüber klappt es nicht wirklich gut.

Dank der Schnurrhaare können blinde Katzen herumlaufen, ohne anzustoßen und sogar auf Bäume klettern.

 

Schnurrhaare geben der Katze Auskunft darüber, ob sie durch eine schmale Öffnung passt oder nicht. Und bei der Jagd übermitteln sie die Kontur der Beute.

 

Wie der bekannte Katzenverhaltensforscher Paul Leyhausen herausfand, fahren Katzen mit ihren Schnurrhaaren über das Fell der erlegten Beute, um den Haarstrich festzustellen – damit sie die Maus nicht gegen den Strich fressen. Auch im Dunkeln wissen sie, wo sie den Tötungsbiss ansetzen müssen.

 

Schnurrhaare: Interessant zu wissen

Katzen besitzen an mehreren Stellen Schnurrhaare: Links und rechts an der Schnauze, an Ober- und Unterlippe, am Kinn, oberhalb der Augen und an den Vorderläufen – zu finden am Gelenk, also am Knie, und zwar an der Innenseite. An den Vorderläufen sind die Schnurrhaare kürzer und feiner als an der Schnauze. Und es sind auch nicht sehr viele. Aber wenn man genau hinsieht, kann man sie deutlich erkennen.

 

Schnurrhaare schmerzen, wenn sie an den hohen Napf stoßen.
Mit ihren wundervollen Schnurrhaaren scannen Katzen ihre Umgebung. Nicht umsonst heißen diese Haare Tasthaare.

 

Katzenmütter knappert ihren Welpen häufig die Schnurrhaare ab, damit sich die Kleinen nicht zu weit weg wagen. Ohne Schnurrhaare fühlen sich Katzen unsicher.

 

Wenn wir Handlungen oder Verhalten von Katzen seltsam finden, liegt es daran, dass wir ihre Intention nicht verstehen. Denn in Wirklichkeit handeln Katzen nie ungewöhnlich, sondern immer ihrer Art entsprechend. Es steckt immer ein triftiger Grund dahinter.

 

 

Beitragsfoto: (c) absolutimages, Fotolia.com

Artikelfotos: (c) DoraZett, Fotolia.com, (c) VZavrazhina, Fotolia.com, (c) Mikhail Ulyannikov, Fotolia.com, (c) fantom_rd, Fotolia.com

 

 

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Myriam

Hier blogge ich - Myriam F. Goetz

Ich liebe es, mit Tieren zusammen zu leben. Es ist schön, einen kleinen Freund an seiner Seite zu haben. Meine wichtigste Erkenntnis: Katzen ticken wie Katzen, Hunde wie Hunde und Menschen wie Menschen. Darum entstehen Missverständisse, die man vermeiden kann, wenn man nicht aus Menschensicht handelt. Dies und anderes erfährst du auf meinem Blog. Ich bin Journalistin und lebe in München.

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