Was hilft gegen Flöhe bei Katzen? Katzenflöhe natürlich bekämpfen

Deine Katze hat Flöhe? Verwende keine chemischen Mittel. Katzenflöhe kannst du natürlich bekämpfen – wirkungsvoll und ohne Nebenwirkungen: Kieselgur


 
aktualisert: 14.03.2019


Inhalt:


 

In meinen Beiträgen genannte Produkte stellen meine persönlichen Empfehlungen dar und entstanden nicht durch Kooperationen mit Unternehmen. Ich werde weder für den Text noch für Produkt-Empfehlungen bezahlt.
 

Wenn du Flöhe bei deiner Katze bemerkst, solltest du sie schnell und konsequent bekämpfen. Denn sie vermehren sich bei guten Umweltbedingungen geradezu explosionsartig. Anfangs findest du sie lediglich auf deiner Katze, aber bei heftigem Befall ist auch die Wohnung voller Flöhe. Dann wird es wirklich mühselig, die Parasiten loszuwerden.
 

Hat man die Behandlung durchgeführt, wundert man sich, wenn nach zwei, drei Wochen schon wieder Flöhe auf der Katze auftauchen. Das sind aber keine neu angeschleppten Flöhe. Die Flöhe stammen noch immer aus dem alten Befall. Grund: Bei der Bekämfpung erwischt man nur die ausgewachsenen Flöhe, nicht aber ihre Vorstadien. Die Eier, Larven und Puppen sind nämlich resistent dagegen (daher muss man auch bei chemischer Behandlung ein zweites chemisches Mittel einsetzen, das die Vorstadien abtötet).
 

Vom Ei bis zum Floh dauert es je nach Umweltbedingung zwischen drei Wochen und sechs Monaten. Gute Unweltbedingungen sind Haustiere, Teppich, Möbel, Wärme, dunkle Verstecke, Feuchtigkeit. Daher können wir davon ausgehen, dass die nächste Flohgeneration deiner Katze innerhalb drei bis vier Wochen schlüpft. Die Flohbekämpfung sollte also innerhalb diesem Zeitraum ein- oder sogar zweimal wiederholt werden.
 

Katzenflöhe natürlich bekämpfen – ohne Chemie

Ein ausgesprochen wirkungvolles, natürliches Mittel gegen Flöhe ist Kieselgur. Das Pulver wirkt wie ein Zaubermittel gegen Flöhe und ist sehr effektiv. Der Naturstoff ist nicht gesundheitsschädigend und kann der Katze problemlos ins Fell gerieben werden.
 

Kieselgur ist eine Heilerde und darf von der Katze sogar vom Fell geleckt werden. Denn Kieselgur wird bei Tier und Mensch auch innerlich angewandt, und zwar z.B. als Entwurmungsmittel, zur Förderung der Knochenbildung, zur Entgiftung, Stärkung der Bänder und als Nahrungsergänzungsmittel. Es ist also gesundheitlich unbedenklich, wenn deine Katze das Pulver aus dem Fell leckt.
 

Katze hat Flöhe - Katzenflöhe ohne Chemie behandeln.
Es juckt und kratzt: Hat die Katze Flöhe, dann lieber schnell reagieren.

 

So wirkt Kieselgur bei Katzenflöhen

Kieselgur, auch Diatomeerde, Silikatstaub, Bergmehl, Infusorienerde, Tripel, Diatomeenperlit oder diatomaceous earth (engl.) genannt, ist ein feines, weißes Pulver. Kommen Flöhe damit in Kontakt, zerstört es den feinen Lipidfilm des Chitinpanzers. Dadurch trocknet das Ungeziefer aus und stirbt innerhalb von 24 bis 72 Stunden.
 

Diese Methode der Ungezieferbekämpfung wird in der Natur von vielen Tieren angewandt: Vögel, Pferde, Zebras, Hühner, Chinchillas, Büffel oder Elefanten nehmen Staubbäder, um sich von Parasiten zu befreien.
 

Tipp
Landwirte benutzen Kieselgur bereits seit Jahrzehnten, um Milben und anderes Ungeziefer bei Hühnern wirkungsvoll und ohne Chemie zu bekämpfen.

 

Vorteile von Kieselgur zur Bekämpfung von Flöhen

Kieselgur - bekämpft Flöhe und andere Parasiten.
Naturstoff: Kieselgur ist ein feines, weißes Pulver aus fossilen Kieselalgen.
  • Kieselgur ist ein natürlicher Stoff. Das Pulver wird aus fossilen Algen (Kieselalgen) gewonnen.
  • Es wirkt auf mechanische Weise, darum können Flöhe im Gegensatz zu chemischen Mitteln nicht dagegen resistent werden.
  • Das Hausmittel ist geruchsneutral und trocken, darum lassen es sich die meisten Katzen problemlos ins Fell reiben.
  • Die Katze darf die Kieselgur sogar vom Fell lecken – das Pulver ist nicht gesundheitsschädigend. Es soll aber nicht eingeatmet werden.

 

Rechtlicher Hinweis: Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.
 

Tipps zum Auftragen von Kieselgur

Die Kieselgur soll auf die Haut der Katze platziert werden. Es macht natürlich nichts aus, wenn es auch ins Fell gelangt. Aber die Flöhe müssen mit der Kieselgur in Berührung kommen. Und da das Ungeziefer nicht im Fell der Katze herumläuft, sondern auf der Haut, muss dort auch das Pulver platziert werden.
 

Theoretisch kannst du das Hausmittel mit der Hand aufbringen: Eine kleine Menge in die Handfläche geben und ins Fell reiben. Das ist jedoch gar nicht so einfach, weil das Pulver nicht im Fell landen soll, sondern auf der Haut. Darum ist ein Hilfsmittel bzw. Adapter sinnvoll:
 

  1. Quetschflasche: Kaufe eine schlichte Quetschflasche mit Spritztülle. Im Internet bekommst du sie für einige wenige Euro.
  2. Leere Ketchup-Flasche aus Kunststoff: Wasche die Quetschflasche sorgfältig aus und befülle sie mit Kieselgur.
  3. Puderquaste: Nimm das Pulver mit einer Puderquaste auf und betupfe damit Katze und Wohnung.
  4. Nylonstrumpf: Bilde aus dem Seidenstrumpf ein kleines Säckchen, fül e Kieselgur hinein und binde es mit einer Schnur zu. Mit dem Säckchen verteilst du die Kieselgur.

 

So wendest du Kieselgur bei deiner Katze an

Um Flöhe mit dem natürlichen Hausmittel zu bekämpfen, reibst du eine kleine (!) Menge des Pulvers ins Fell deiner Katze. Ziel ist die Haut der Katze. Verwende das Puder sparsam und achte darauf, dass keine riesige Staubwolke entsteht (bitte nicht einatmen!). Sobald das Pulver platziert ist, setzt es sich und staubt auch nicht mehr. Wundere dich nicht, das Fell deiner Katze sieht nun vorübergehend etwas stumpf aus.
 

Nach zwei bis maximal sechs Stunden bürstest du die Kieselgur gründlich aus dem Fell aus. Lieber nicht länger einwirken lassen, da Kieselgur austrocknend wirkt und daher auch die Haut austrocknen kann. Auf eine gesunde Haut hat Kieselgur keinerlei negative Auswirkungen.
 

Die Prozedur solltest du nach zwei und vier Wochen nochmal wiederholen. Denn dann schlüpfen aus den Floheiern und Flohlarven neue Flöhe.
 

Wenn sich die Flöhe noch nicht in der Wohnung ausgebreitet haben und lediglich auf deiner Katze herumlaufen, solltest du trotzdem zumindest die Schlaf- und Liegeplätze der Katze mit Kieselgur bestäuben – und dort liegen lassen. Es schadet der Katze nicht, wenn sie sich darauflegt.
 

Tipp
Kieselgur hilft auch bei der Bekämpfung von Läusen, Zecken, Milben, Bettwanzen, Federlingen und anderen Parasiten.

 

Worauf ist bei der Anwendung bei Katzen zu achten?

Kieselgur wirkt austrocknend. Bei stark trockener Haut, Hauterkrankungen oder Wunden sollte die Heilerde nicht äußerlich angewandt werden. Eine äußere Anwendung zur Flohbekämpfung sollte nur bei gesunder Haut erfolgen.
 

Kieselgur ist für Säugetiere und Menschen ungefährlich. Da der Staub aber sehr fein ist, sollte er nicht eingeatmet werden. Aber bitte keine Panik, denn natürlich soll überhaupt kein Pulver eingeatmet werden. Das gilt erst recht für chemische Flohpulver.
 

Sobald Kieselgur aufgetragen ist, staubt es nicht mehr. Sicherheitshalber kann beim Auftragen eine Staubmaske verwendet werden.
Den Kontakt mit den Augen vermeiden.
 

Warum sich Katzenflöhe auch in der Wohnung ausbreiten

Wenn deine Katze unter einem starken Flohbefall leidet, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch deine Wohnung betroffen. Wenn du also in deiner Wohnung den einen oder anderen Floh gesehen hast, musst du davon ausgehen, dass es eine Menge weiterer Flöhe gibt. Um die Parasiten los zu werden, musst du Katze UND Wohnung behandeln.
 

Aber wieso befinden sich die Flöhe eigentlich nicht nur auf der Katze, sondern auch in der Wohnung? Schließlich verlassen sie das Wirtstier nicht, weil sie regelmäßig Blut saugen müssen. Was haben sie also in der Wohnung zu suchen und wie kommen sie dort hin?
 

Es sind die Flöhe, die aus den neu gelegten Eiern schlüpfen. Denn Flöhe legen ihre Eier zwar auf der Katze ab, aber die Eier fallen schnell vom Wirtstier herunter, weil sie nicht gut am Fell kleben. So gelangen die Eier in deine Wohnung. Bis aus den Eiern ausgewachsene Flöhe werden, dauert es bei guten Bedingungen drei Wochen. Darum solltest du auch die Wohnung nach zwei und vier Wochen nochmal mit Kieselgur behandeln.
 

Die meisten Floheier liegen am Schlafplatz deiner Katze. Weitere Eier liegen entlang des Weges, den deine Katze am häufigsten geht.
 

Bei starkem Flohbefall, bei dem auch die Wohnung betroffen ist, ist die Bekämpfung ganz schön mühselig. Hier ist eine Anleitung dazu:
 

  1. Sauge die Wohnung, damit möglichst viele Flöhe, Floheier, Larven und Puppen entfernt sind.

    Katzenflöhe: Vor und nach der Behandlung Wohnung staubsaugen.
    Vor und nach der Flohbehandlung solltest du deine Wohnung sorgfältig staubsaugen.
  2. Entsorge den Staubsaugerbeutel sofort, damit aus den eingesaugten Eiern, Larven und Puppen keine Flöhe werden. Oder lege den Staubsaugerbeutel ins Gefrierfach oder stecke ihn in eine Plastiktüte und verschließe ihn sorgfältig.
  3. Alles Waschbare legst du bei mindestens 60 Grad in die Waschmaschine.
  4. Die Flöhe müssen mit der Kieselgur in Berührung kommen, damit sie wirkt. Darum solltest du das Pulver auf den Laufwegen der Insekten platzieren, vorallen in Ritzen und Ecken. Viel brauchst du dabei nicht zu verwenden, es genügt, wenn dort eine leichte Pulverschicht liegt.
  5. Besonders sorgfältig behandelst du Stellen, in denen sich Parasiten gerne verkriechen: Kissen, Polster, Teppiche etc. (Flöhe lieben dunkle, warme Orte).
  6. Vergiss bei der Behandlung die Kuscheltiere nicht.
  7. Alles, was sich nicht wie beschrieben behandeln lässt, legst du für 48 Stunden in den Gefrierschrank.
  8. Mindestens zwei Stunden solltest du Kieselgur in deiner Wohnung einwirken lassen. Besser ist es, die Kieselgur erst am nächsten Tag wegzusaugen.
  9. Bei starkem Befall staubsauge deine Wohnung täglich und wiederhole die beschriebene Prozedur in den nächsten vier Wochen zweimal.
  10. Sehr wirkungsvoll ist ein Dampfreiniger. Wenn du einen besitzt, behandele damit Teppiche, Matratzen, Haustierdecken. Der Dampf sollte eine Temperatur von mindestens 65 °C aufweisen.

 

Kieselgur kann auch zum Trocknen von feuchten Böden verwendet werden, z.B. im Keller oder in der Garage.

 

Ist Kieselgur dasselbe wie Kieselerde?

Nein, Kieselgur ist nicht dasselbe wie Kieselerde. Kieselerde besteht aus verwittertem Granitgestein und enthält Quarz (sowie organische Kieselsäure und Kaolinit). Kiesegur hingegen besteht aus fossilen Algen (den sog. Kieselalgen). Diese Algen besitzen eine siliziumhaltige Zellhülle, die auch nach dem Absterben erhalten bleibt. Daraus wird Kieselgur gemacht.
Achte darauf, dass du zur Flohbekämpfung NICHT Kieselerde verwendest, sondern Kieselgur (in Lebensmittelqualität).
 

Es dürfen auch keine anderen Beimischungen enthalten sein. Benutze keinesfalls chemisch behandeltes Kieselgur, wie es z.B. als Filterung für Swimming-Pools verwendet wird.
 

Darauf solltest du beim Kauf von Kieselgur achten

Kieselgur wird von Landwirten schon lange zur Ungezieferbekämpfung bei Hühnern verwendet. Darum wird Kieselgur häufig in Zusammenhang mit Hühnern angeboten. Lass dich also nicht irritieren, wenn Kieselgur zur Milbenbekämpfung bei Hühnern angepriesen wird. Kieselgur hilft nicht nur bei Flöhen, sondern auch bei anderen Ungeziefer – eben auch Milben, unter denen Hühner besonders leiden. Und es kann angewendet werden bei allen Vögeln und Säugetieren, ebenso beim Menschen.
 

Da der Begriff „Kieselerde“ geläufiger ist als Kieselgur, verwenden manche Anbieter fälschlicherweise den Begriff „Kieselerde“. Lies darum die Beschreibung genau durch. Wenn der Begriff „Diatomeerde“ vorkommt, ist es das richtige Produkt.
 

Kieselgur kaufen

Bei den hier vorgeschlagenen Produkten handelt es sich um Kieselgur (nicht um Kieselerde), ohne Zusätze und in Lebensmittelqualität.
 
Die ersten beiden Produkte werden in einer Stäubeflasche geliefert, mit der du die Kieselgur auftragen kannst. Das dritte Produkt wird ohne Stäubeflasche verkauft, ist aber im Verhältnis günstiger. Bei diesem Produkt verwendest du am besten die oben beschriebenen Hilfsmittel/Adapter zum Auftragen.
 

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Flöhe bei Katzen: Gut zu wissen

  • Die Flohsaison ist von April bis September.
  • Das Befallsmaximum tritt im Spätsommer auf.
  • Ein weiblicher Floh legt zwischen 20 und 50 Eier am Tag. Im Laufe seines Lebens sind das etwa 2.000 Eier.
  • Flöhe leben etwa vier Monate lang.
  • Zwei von drei Flöhen sind weiblich.
  • Nur 5 % der Flohpopulation sind ausgewachsene Flöhe, 95 % bestehen aus Eiern, Larven oder Puppen.
  • Die perlenartigen, weißen Eier sind etwa 0,5 mm lang.
  • Wenn du auf deiner Katze braune Krümel siehst, ist das Flohkot – und ein sicherer Beweis für Flohbefall.
  • Katzen sind nicht völlig wehrlos bei der Bekämpfung von Flöhen. Bei geringem Flohbefall entledigen sie sich den Parasiten selbst.

 

ENDE
 

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Myriam

Hier blogge ich - Myriam F. Goetz

Ich liebe es, mit Tieren zusammen zu leben. Es ist schön, einen kleinen Freund an seiner Seite zu haben. Meine wichtigste Erkenntnis: Katzen ticken wie Katzen, Hunde wie Hunde und Menschen wie Menschen. Darum entstehen Missverständisse, die man vermeiden kann, wenn man nicht aus Menschensicht handelt. Dies und anderes erfährst du auf meinem Blog. Ich bin Journalistin und lebe in München.

2 thoughts on “Was hilft gegen Flöhe bei Katzen? Katzenflöhe natürlich bekämpfen

  1. Hallo,

    ich hab eine Frage: Ist Kieselgur nur zur Bekämpfung bereits vorhandener Flöhe indiziert oder auch als Prophylaxe? Danke für die Antwort!

    Rena

    1. Liebe Rena, als Prophylaxe wirkt Kieselgur natürlich auch. Aber ohne Grund solltest Du Deine Katze nicht ständig mit Kieselgur einpudern. Wenn man es häufig wiederholt, trocknet die Haut aus. Aber Du kannst eine sehr, sehr dünne Schicht Kieselgur auf den Schlafplatz der Katze verteilen. Hilft Dir das weiter? Liebe Grüße, Myriam

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