Küsse deine Katze nicht – sie kann es nicht leiden

Katze küssen: Wenn du deiner Katze einen Kuss auf die Schnauze drückst, ist das für sie kein Liebesbeweis, sondern eine Tortur.

 


Inhalt:


 

Wenn du deine Katze küssen willst, wendet sie den Kopf ab, wehrt dich mit den Pfoten ab oder nimmt Reißaus. Hast du Pech, bekommst du einen Katzenhieb. Und warum reagiert sie auf diese Art und Weise? Kann sie dich nicht leiden? Nein, das ist es nicht.

Auch wenn wir es nicht gerne hören, Katzen finden die Berührung mit unseren feuchten Lippen schlichtweg eklig.

 

Katze küssen
Katze küssen: Das lässt sich eine Katze nur gefallen, wenn man sie gut festhält.

 

Katze küssen: Warum es deine Samptpfote nicht leiden kann

Katzen zeigen mit allerlei Gesten ihre Zuneigung. In dieses Repertoire gehört aber auf keinen Fall die Berührung mit feuchten Lippen. Deine Katze fühlt sich dabei wie du, wenn dir ein stürmischer Hund zur Begrüßung das Gesicht abschleckt. Und wie reagierst du auf die Liebesbeweise dieses Hundes? Du wendest dein Gesicht ab, drückst ihn mit den Händen weg, und wenn das auch nicht hilft, bringst du dich außer Hunde-Reichweite. Genauso reagieren Katzen, wenn wir sie abknutschen möchten.

 

Wir Menschen finden es eklig, wenn uns ein Hund im Gesicht ableckt. Es bedeutet nicht, dass wir den Hund nicht mögen, nur seine Zunge im Gesicht gefällt uns nicht.

 

Katzen geht es bei unseren Küssen genauso. Willst du deine Katze küssen und sie reagiert negativ, darfst du das nicht persönlich nehmen, denn es ist nicht böse gemeint. Es entspricht nur so gar nicht der Katzen-Tradition.


Wenn du deine Katze ständig küsst, entwickelt sie dir gegenüber Mißtrauen. Klar, sie muss ja immer damit rechnen, dass du sie packst, festhältst und abküsst. Unnötig zu erwähnen, dass dies dem Vertrauensverhältnis nicht gut tut.

 

So zeigen Katzen untereinander Zuneigung

Katzen sind höfliche Tiere mit einem höflichen Charakter. Darum zelebrieren sie mit Katzenfreunden ein Begrüßungsritual: Zuerst schnuffeln sie an der Nase des Artgenossen – ohne Berührung. Danach reiben sie ihr Köpfchen über seine Stirn oder Wange. Oft folgt danach das Reiben des gesamten Körpers über den Freund – einschließlich Schwanz.

 

Ist die Beziehung besonders innig, leckt sie dem Freund über Stirn oder Wange – das ist wie streicheln, denn Katzenzungen sind ja nicht nass. Dieses Ritual bedeutet: Ich hab‘ dich lieb, ich freue mich, dass du da bist.

 

Katze küssen
Nase an Nase, aber ohne Berührung: So begrüßen sich Katzen.

Es gibt natürlich Ausnahmen. Einzelne Katzen lassen sich das Küssen auf die Schnauze gefallen. Sie erdulden es.

 

So begrüßt du deine Katze richtig und zeigst Zuneigung

Auch wenn wir es uns anders wünschen: Katzen mögen menschliche Küsse nicht. Also: Katze küssen – ab sofort nicht mehr.

 

Natürlich wollen wir unseren Katzen zeigen, wie lieb wir sie haben. Versuche mal folgendes – deine Katze wird es lieben:

Zuerst einmal gehst du in die Hocke. Du begibst dich auf Höhe deiner Katze und lässt sie zu dir kommen. Du gehst also nicht auf die Katze zu, sondern lässt ihr selbst die Wahl, ob sie kommen möchte und wie schnell sie das tun will. Das Hinhocken ist wichtig. Du wirst feststellen, dass sogar fremde Katzen freiwillig zu dir kommen, sobald du in die Hocke gehst.

 

Katze küssen
Erst an der Hand schnuffeln lassen, dann über die Stirn streichen.

 

Als nächstes hältst du ihr die Hand hin. Ich verspreche dir, sie wird ausgiebig an deiner Hand schnuppern – das ist das Pedant zum Schnüffeln an der Katzennase. Das alles findet ohne Berührung statt. Gib ihr beim Schnuffeln ein bisschen Zeit und werde nicht ungeduldig. Erst wenn sie damit fertig ist und positiv reagiert, streichst du als Gegenstück zum Köpfchenaneinanderreiben mit deiner Hand oder ein paar Fingern über ihre Stirn. Danach ist Streicheln erlaubt. DAS ist eine Begrüßung nach Katzenart!

 

Wichtig ist die Einleitung der Begrüßung durch Schnüffeln an der Hand und eine darauffolgende positive Reaktion der Katze. Damit hast du ihre Erlaubnis zum Anfassen eingeholt. Schnüffelt sie hingegen an deiner Hand und wendet sich danach ab, lass‘ sie weggehen und fasse sie NICHT an, nimm sie NICHT auf den Arm und halte sie NICHT fest. Wer die Katze trotzdem streichelt, muss mit einem Katzenhieb rechnen – und mit einer empörten Katze. Das empfindet sie nämlich als äußert rüpelhaft und unhöflich.

 

Eine Katze empfindet es als übergriffig, wenn man sie ungefragt anfasst oder ihr körperlich zu nahe kommt. Hol dir also zuerst die Erlaubnis.

 

So zeigst du deine Zuneigung ohne Kuss

Das wird deiner Katze gefallen: Wenn du abends auf dem Sofa sitzt und deine Katze zu dir kommt, halte ihr dein Gesicht hin. Gestatte ihr, deine Nase abzuschnüffeln. Das kitzelt ein bisschen, wegen den Schnurrhaare. Oft nutzen Katzen die Gelegenheit und schnuffeln dann auch gleich im ganzen Gesicht herum. Aber auch wenn sie deine Lippen beschnüffelt: Gib ihr keinen Kuss!

 

Katze küssen
Jede Begrüßung beginnt mit einem Schnüffeln an der Nase. Alles andere empfinden Katzen als übergriffig.

Beim Abschnüffeln fasst du die Katze nicht an und siehst sie nicht an. Katzen blicken nicht direkt in die Augen ihres Gegenübers. Außer, es handelt sich um Beute, die sie erlegen wollen oder um eine Konfrontation. Schau also woanders hin oder mach‘ die Augen zu. Wenn sich deine Katze ausgeschnüffelt hat, streichst du mit deiner Stirn über ihre Stirn. DAS versteht sie!

Erst danach streichelst du ihren Körper.

 

Jetzt weiß sie, wie lieb du sie hast. Und wahrscheinlich denkt sie: „Endlich traktiert mich mein Mensch nicht mehr mit seinen feuchten Lippen.“ Dieses Verhalten weiß deine Katze zu schätzen, dafür erntest du Anerkennung.

 

Katze küssen – Wenn du es nicht sein lassen kannst

Falls du überhaupt nicht widerstehen kannst und trotz allem deine Katze küssen willst, dann drück‘ ihr den Kuss wenigstens nicht auf die Schnauze, sondern auf die Stirn. Aber erst nach dem Begrüßungsritual.

Katze küssen
Wenn du deiner Katze unbedingt einen Kuss aufdrücken willst, dann auf die Stirn.

 

Katze küssen: Das Wichtigste in Kürze

Küsse deine Katze nicht, sondern zeige ihr deine Zuneigung auf eine Art und Weise, die sie versteht und liebt:

  1. Gehe in die Hocke und lasse die Katze von selbst zu dir kommen.
  2. Strecke der Katze deine Hand hin, damit sie sie ausgibig beschnüffeln kann.
  3. Geht sie daraufhin weg, lässt du sie in Ruhe. Ansonsten streichst du mit der Hand oder einigen Fingern lediglich über ihre Stirn.
  4. Danach kannst du die ganze Katze richtig streichelnWahrscheinlich hat sie sich zu diesem Zeitpunkt vor lauter Begeisterung ohnehin auf deinem Schoß platziert.

 

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Myriam

Hier blogge ich - Myriam F. Goetz

Ich liebe es, mit Tieren zusammen zu leben. Es ist schön, einen kleinen Freund an seiner Seite zu haben. Meine wichtigste Erkenntnis: Katzen ticken wie Katzen, Hunde wie Hunde und Menschen wie Menschen. Darum entstehen Missverständisse, die man vermeiden kann, wenn man nicht aus Menschensicht handelt. Dies und anderes erfährst du auf meinem Blog. Ich bin Journalistin und lebe in München.

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13 thoughts on “Küsse deine Katze nicht – sie kann es nicht leiden

  1. Ich hab zwar keine Katze, aber ich habs gleich mit der Nachbarskatze ausprobiert: Hinknien, Katze an der Hand riechen lassen, über die Stirn streichen, dann Katze streicheln. Die Nachbarin fragte, ob ich mit einem Mal Katzenflüsterin wäre, weil sich die Katze eigentlich nicht für andere Leute interessiert, außer ihrem Frauchen. Ich muss gestehen, ich habe den Trick nicht verraten 😉

  2. Lustig ist: mir wäre es nie in den Sinn gekommen, eine Katze anders zu begrüssen als Du es hier beschreibst – und die positiven Erfahrungen sind eindeutig 🙂 Ich glaube, ich bin einfach ähnlich veranlagt wie die Katzen, und ich schätze sie für ihre Art. Sie entscheiden selbst, ob sie eine Begegnung wollen, und wenn man das respektiert, lohnt es die Katze in der Regel mit Zutrauen. Katzen sind einfach genial 🙂

    1. Eine Katze ist eine Katze und ein Mensch ist ein Mensch. Und entsprechend seiner eigenen Art will jeder behandelt werden. Wir beide wissen das 😉
      Danke für deinen Kommentar.

  3. Ehrlich gesagt, habe mich anfangs über den Beitrag geärgert. Meine Katze küsse ich jeden Abend, wenn ich von der Arbeit heim komme. Kann es sein, dass sie mich gar nicht küssen will? Nach einer Nacht drüberschlafen, habe ich es heute ausprobiert, wie du es beschrieben hast. Ich gebe es nicht gerne zu, aber meine Katze reagierte so positiv, als ich ihr meine Nase hingestreckt habe. Mindestens 2 Minuten hat sich mir im Gesicht herumgeschnüffelt. Dann hielt sie mir ihr Köpfchen hin. Ich hatte tatsächlich den Eindruck, das ein einvernehmliches Verständnis zwischen uns herrschte.
    Und: Also gut, ich küsse meine Katze nie mehr 😉

    1. Hallo Wolfgang, sei mir nicht böse, aber du irrst dich. Deine Katze will dich nicht küssen, sondern dich nach Katzenart begrüßen: An der Nase schnuffeln. Probier mal aus, wie deine Katze reagiert, wenn du ihr nicht die Schnauze küsst, sondern sie an deiner Nase schnuffeln lässt. Oder wenn dir das nicht taugt, an deiner Hand. Katzen wollen ganz bestimmt keine feuchten Lippen auf der Schnauze haben. Das ist ein menschlicher Zuneigungsbeweis. Einer Katze käme das niemals in den Sinn. Versuche es mal.

  4. Bei uns die umgekehrte Variante: Unsere Katze schnurrt und „schmiert“ mir mit ihrer feuchten Nase gelegentlich am Abend im Gesicht herum, wenn ich von der Arbeit komme und mich in den Sessel fallen lasse. Dann muss ich es unterbinden, weil es mir zu feucht ist und ich dann gleich wieder aufstehen muss, um mir das Gesicht zu waschen.

  5. „Das Hinhocken ist wichtig. Du wirst feststellen, dass sogar fremde Katzen freiwillig zu dir kommen, sobald du in die Hocke gehst.“ das stimmt und wie. Viele Katzen, die mich fellosen-Zweibeiner zum ersten Mal sehen, gehen auf mich zu, schnuppern an mir und wenden mir das Hinterteil zu. Das ist ein gutes Zeichen, wenn ich die Katzensprache richtig verstehe.

    Eine besonders liebe Katze begrüßt mit immer mit einem Eskimo-Küsschen, von Nase zu Nase, weil sie mich schon kennt, was mich sehr freut.

    Herzliche Grüße

    Andrea

    1. Liebe Andrea, danke für dein Feedback. Du hast recht, das Hinterteil zuwenden ist ein vertrauenvolles Zeichen. Du hast dir wohl ein paar gute Freunde gemacht 🙂

      1. Hallo Myriam.
        Vielen herzlichen Dank für deine Antwort. Ich freue mich sehr darüber.
        Neulich hat mir eine ganz liebe Katze drei Eskimo-Küsschen gegeben – ich bin ganz ruhig dagelegen und habe leise mit der Katze geredet – und sich dann auf meinem Schoß zusammengerollt und geschlafen. Das ist so wunderschön, ich kann es gar nicht in Worte fassen.

        Herzliche Grüße

        Andrea

  6. P.S. Das Schmusen mit der Katze hat zuerst 2 Stunden gedauert – früh morgens – und dann noch mal so lange am Nachmittag, was mich sehr freut.

    Herzliche Grüße

    Andrea

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