Mobbing unter Hunden: So greifst du ein

Wird dein Hund gemobbt? Mit einer einfachen Vorgehensweise kannst du die Situation beenden. So schützt du deinen Hund, wenn er in die Enge getrieben, gejagt, überrollt oder bedrängt wird.

 


Inhalt:


 

Wie beendest du Mobbing unter Hunden? Vorallem unmissverständlich. Also so, dass die beteiligten Hunde verstehen, dass sie aufhören sollen.

 

Mobbing unter Hunden: So gehst du dazwischen

Mobbing unter Hunden kannst du beenden, wenn du deinen Hund demonstraativ berührst.
Ein demonstrative Berührung genügt. Es bedeutet: Dieser Hund steht unter meinem Schutz.

Wird dein Hund gemobbt, zeige den Rüpelhunden, dass er unter deinem Schutz steht. Aber wie? Verhalte dich genauso, wie es Hunde untereinander praktizieren, wenn es richtig zur Sache geht: Gehe dazwischen. Aber: Mache es ohne Worte, ohne Zerren am Halsband, ohne laut zu werden – nur mit Körpersprache. Gehe gelassen, aber zielstrebig zu den Hunden, beachte die anderen Hunde nicht. Berühre nun deinen Hund demonstrativ. Oder lege deine Hand auf seinen Rücken. Du kannst auch in die Hocke gehen.

Sofort reagieren die Rüpelhunde auf deine Geste: Sie hören auf und lassen deinen Hund in Ruhe. Hunde wissen nämlich, was Deine Geste bedeutet – es ist Hundesprache: Dieser Hund steht unter meinem Schutz.

 

Jagen die Hunde in Highspeed über die Wiese, sodass du keine Chance hast, die Hunde zu erreichen, gehe in die Hocke. Damit signalisierst du deinem Hund, dass er zu dir kommen soll und bei dir Schutz erhält. Das Angebot wird er zu gerne annehmen und so schnell wie es ihm möglich ist, zu dir kommen. Streiche ihn über den Rücken und zeige damit, dass er zu dir gehört. Sofort wird sich die angespannte Stimmung auflösen.

 

Du hast Zweifel?

 

Zwei Video-Beispiele, die zeigen, wie gut diese Methode funktioniert:

Ein Hund wird bedrängt

 

Schau dir das Video an:

Video: Sue Steinberg, At the Dog Park – The Importance of Participating

 

Im Video ist ein brauner Hund zu sehen, der extrem in Bedrängnis gerät, als ihn zwei Hunde attackieren. In seiner Not sucht er Hilfe bei seiner Halterin. Aber sie erkennt die gefährliche Situation nicht, obwohl sie sich direkt vor ihren Augen abspielt.

 

Mobbing unter Hunden: Der Malmute bedrängt ihn vorn vorne, der kleine weiße Hund beißt von hinten.
Der Alaskian Malmute bedrängt den braunen Hund von vorne, der kleine Weiße beißt von hinten.

Man kann kaum zusehen, wie sehr sich der braune Hund vor allem vor dem aggressiven Alaskan Malamute fürchtet und wie sehr er versucht, ihn zu beschwichtigen. Oder wie er sich mit gewagten Sprüngen aus der Gefahrensituation bringen muss. Aber der Malamute will sich nicht beruhigen, er will Eskalation.

Zum Glück beobachtet ein fremder Hundebesitzer die Situation und greift auf wundervolle Art ein. Er brüllt die Rüpelhunde nicht an, er zerrt nicht an deren Halsband und wird auch nicht laut. Stattdessen geht er gelassen zu dem bedrängten Hund.

Mobbing unter Hunden: Der braune Hund versteckt sich unter der Bank.
Als sich der verängstigte braune Hund unter der Bank verkriecht, kommt Hilfe von einem Fremden.

Der hat sich inzwischen angstvoll unter einer Bank verkrochen. Als der freundliche Helfer dem verängstigten Hund über den Rücken streicht, versteht der augenblicklich: Er weiß, dass er nun unter dem Schutz des Fremden steht und verlässt seinen Schutzraum unter der Bank.

Man kann wunderbar sehen, wie erleichtert der braune Hund ist und wie er sich schwanzwedelnd bei dem Fremden bedankt.

 

Und wie reagieren die anderen Hunde? Auch sie verstehen sofort: Sie hören mit dem Mobbing auf.

 

Alles was du tun musst ist, deinen Hund zu berühren

Sue Steinberg, renommierte Hundetrainerin

 

Ein Hund wird gejagt

 

Schau dir das Video an:

Beide Videos sind Ausschnitte aus einem Video von Sue Steinberg, At the Dog Park – The Importance of Participating

 

Drei Hunde attackieren einen vierten Hund und jagen ihn in Hochgeschwindigkeit übers Gelände. Ein Glück, dass der Hundebesitzer die Not seines Hundes erkennt: Er geht in die Hocke, und schon flüchtet sich sein Hund zu ihm. Ein paarmal Streicheln genügt, und schnell ist die Attacke vorbei. Die drei mobbenden Hunde verstehen, was die Geste des Hundebesitzers bedeutet: Dieser Hund steht unter meinem Schutz. Sofort beruhigt sich die Situation.

 

Warum für den Hund dein Schutz so wichtig ist

Der Schutz eines Freundes ist ein Charakterzug von Hunden, der tief verankert ist. Wenn ein Freund in Gefahr ist, greift der Hund ein und bietet Schutz. Darum ist es für die Hundeseele extrem wichtig, dass auch du ihm beistehst. Wenn du es nicht tust, wird er dir entsprechend seiner Art nicht böse sein. Aber es erschüttert sein Sicherheitsgefühl – und sein Vertrauen in dich.

 

Was Streicheln für deinen Hund bedeutet

Mit Streicheln setzt du gegenüber anderen Hunden ein Zeichen.
Mit Streicheln setzt du gegenüber anderen Hunden ein Zeichen.

Streicheln fühlt sich nicht nur schön für deinen Hund an, sondern hat auch eine gewichtige Bedeutung, besonders in Gegenwart anderer Hunde. Es bedeutet: Ich stehe unter dem Schutz dieses Menschen, er gehört zu mir und er passt auf mich auf.

Bestimmt kennst du das, wenn dein Hund beim Spielen auf der Hundewiese zwischendurch zu dir rennt sich kurz durchstreicheln lässt. Das ist ein Statement. Von deinem Hund und von dir.

 

Probiere diese Technik aus. Du wirst überrascht sein, wie gut sie funktioniert und wie positiv es die Beziehung zu deinem Hund prägt.

 

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Beitragsfoto: (c) goldencow_images, Fotolia.com

Artikelfotos: Screenshot aus dem Video At the Dog Park – The Importance of Participating (Sue Steinberg), (c) Nicole Lienemann, Fotolia.com

Videos: Sue Steinberg

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Myriam

Hier blogge ich - Myriam F. Goetz

Ich liebe es, mit Tieren zusammen zu leben. Es ist schön, einen kleinen Freund an seiner Seite zu haben. Meine wichtigste Erkenntnis: Katzen ticken wie Katzen, Hunde wie Hunde und Menschen wie Menschen. Darum entstehen Missverständisse, die man vermeiden kann, wenn man nicht aus Menschensicht handelt. Dies und anderes erfährst du auf meinem Blog. Ich bin Journalistin und lebe in München.

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