Was Katzen lieben

9 Dinge, die Katzen lieben – und die du ganz einfach umsetzen kannst. Deine Katze wird dir Vertrauen und Freundschaft schenken.

 


Inhalt:

  1. Schenke deiner Katze Zeit
  2. Gehe mit deiner Katze spazieren
  3. Gib deiner Katze für Entscheidungen Zeit
  4. Verteile mehrere Wasserschüsseln im Zuhause
  5. Texte deine Katze nicht zu
  6. Rufe deine Katze nicht ohne Grund
  7. Katzen lieben es, wenn sie neben dir sitzen – ohne Streicheln
  8. Katzen lieben es, im Bett zu schlafen
  9. Kopiere Gesten deiner Katze

 

1. Schenke deiner Katze Zeit

 

Was Katzen lieben: exklusive Katzenzeit mit dem Besitzer.
Katzenzeit bedeutet ungeteilte Aufmerksamkeit, zum Beispiel Spielen mit dem Lieblings-Menschen.

Katzen lieben es, wenn du ihnen deine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkst – und zwar am liebsten täglich. Diese Katzenzeit muss gar nicht lange dauern – nur exklusiv soll sie sein. Du kannst deine Katze bürsten, mit ihr spielen, klickern – je nachdem, was ihr gefällt. Lass dich während der Katzenzeit nicht ablenken, beschäftige dich nebenbei nicht mit anderen Dingen. Deine Katze merkt, wenn du nicht bei der Sache bist.

 

So läuft Bienes Katzenzeit ab

Bienes Katzenzeit verbringen wir mit Bürsten. Jeden Abend etwa zehn Minuten, und zwar im Bad – das hat sich so ergeben. Biene will nicht warten will, bis ich mit ihr in ein anderes Zimmer gehe, also bleiben wir im Bad.

 

Sie genießt diese Zweisamkeit sehr und hat daraus ein Ritual entwickelt: Zunächst öffne ich im Bad den Wasserhahn und wechsele das Wasser ihrer Wasserschüssel (in der Wohnung stehen mehrere Wasserschüsseln herum, eine auch im Bad). Vorerst bleibt sie aber vor der offenen Badtüre stehen. Reingehen mag sie noch nicht, ein Wasserspritzer vom Wasserhahn könnte sie versehentlich treffen. Danach nehme ich die Bürste in die Hand und sage: “Biene, bürsten?” Das lässt sie sich nicht zweimal sagen. Es folgen ein paar Bürstenstriche meinerseits, dann muss sie unterbrechen, weil die Türe vom Badschrank geschlossen ist. Sie patscht mit der Pfote an die Türe, ich öffne sie, Biene geht in den Schrank hinein und wieder hinaus. Jetzt folgen weitere Bürsteneinheiten, dann muss sie dringend aus der Wasserschüssel trinken. Danach ist sie entspannt genug (und nicht mehr so kitzlig), legt sich auf den Badteppich und lässt sich durchbürsten. Am liebsten am Hals. Genauso läuft das jeden Abend ab.

 

 

2. Gehe mit deiner Katze spazieren

Wir alle wissen, dass Hunde Gassigehen lieben. Katzen lieben einen Spaziergang mit dir ebenso. Das geht natürlich nur bei Freigang-Katzen, und die Gassirunden spielen sich in der Nähe vom Zuhause ab. Am besten funktioniert ein gemeinsamer Katzenspaziergang am Abend, wenn es schon dunkel ist und nicht mehr viele Menschen unterwegs sind.

 

Versuche es mal mit deiner Katze, sie wird das lieben! Anfangs kapiert sie vielleicht noch nicht, was du von ihr willst. Gehe dann ein paar Meter auf dem Gehweg entlang, bleibe stehen, drehe dich um und rufe sie. Schaut sie dich nur mit ratlosen Augen an, gehe in die Hocke – das wirkt immer, sie wird zu dir kommen (außer, sie hat Angst). Begrüße sie und bestätige damit, dass sie es richtig gemacht hat: Streichele ihr über den Rücken oder lass sie an deiner Hand schnuffeln oder an deinem Bein reiben. Danach wiederholst du die Prozedur. Es dauert nicht lange, bis sie die Einladung für einen gemeinsamen Spaziergang versteht und dann freudig mit dir um den Häuserblock zieht.

 

Was Katzen lieben - Gassigehen mit dem Lieblings-Menschen.
Was Katzen lieben: Gassigehen mit dem Lieblings-Menschen.

Als mein Kater Hummel noch lebte, gingen wir abends zu dritt spazieren. Ich brauchte nur “Gassigehen” zu sagen und schon kamen die Katzen angerannt, egal, wo sie gerade waren. Hummel war immer mutiger als Biene. Meist ging er auf dem Gehweg neben mir, oft lief er auch ein Stück voraus. Biene bewegte sich eher unter den Autos, die neben dem Gehweg parkten oder in den angrenzenden Gärten. Ich konnte hören, wie es im Gebüsch hinter den Zäunen raschelte.

 

3. Gib deiner Katze für Entscheidungen Zeit

Katzen sind vorsichtige Tiere. Wenn sie etwas nicht kennen, brauchen sie Zeit, um Entscheidungen zu fällen. Wenn ich beispielsweise meiner Biene etwas Ungewohntes zum Fressen hinhalte, zum Beispiel einen Löffel mit Buttermilch, Frischkäse o.ä., kann es mehrere Minuten dauern, bis sie es annimmt: Zuerst schnuppert sie daran, dann blickt sie in eine andere Richtung, schnuppert nochmal vorsichtig und schaut woanders hin. Aus Menschensicht macht es den Eindruck, als ob sie kein Interesse hat. In Wirklichkeit können viele Katzen nur so schnell keine Entscheidung treffen. Darum muss man einfach nur warten.

Kein Interesse zeigt deine Katze, wenn sie weggeht.

 

4. Verteile mehrere Wasserschüsseln im Zuhause

 

Was Katzen lieben: Viele Wasserstellen.
Katzen suchen gerne verschiedene Wasserstellen auf.

Katzen lieben es, mit einem Ziel oder einer Aufgabe durch die Wohnung zu laufen und zum Beispiel verschiedene Wasserquellstellen aufzusuchen.

Darum stelle Wasserschüsseln an verschiedenen Ort auf: im Bad, in der Küche, auf dem Balkon, im Garten. Gerne auch einen Trinkbrunnen.

 

Draußen kannst du auch leere Schüsseln aufstellen, die sich mit Regenwasser füllen (viele Katzen lieben Regenwasser). Du wirst überrascht sein, mit wie viel Freude deine Katze die Wasserstellen aufsucht. An ihrem Gesichtsausdruck kann man erkennen, wie wichtig sie diese Aufgabe nimmt. Es ist zu putzig.

 

5. Texte deine Katze nicht zu

Katzen sind ruhige Tiere. Verbale Kommunikation wenden sie nur in wenigen Situationen an, z.B. wenn sie sich bedroht fühlen. Im Alltag geben sie keine lauten Töne ab, selbst ihre Fortbewegung ist lautlos. Katzen lieben die Stille. So können sie als Fluchttiere auch besser wahrnehmen, wenn Gefahr droht.

 

Daher ist Katzen eine ständige verbale Kommunikation ein Gräuel. Natürlich kannst du mit deiner Katze sprechen, aber texte sie nicht zu (sie versteht dich ohnehin auch ohne Worte).

 

6. Rufe deine Katze nicht ohne Grund

Rufe deine Katze niemals einfach nur zum Spaß – sondern immer mit triftigem Grund.

Fast allen Katzen kann man lernen, per Zuruf zu ihrem Besitzer zu kommen. Das funktioniert aber nur dann, wenn die Katze freiwillig kommt. Es muss also der Wunsch der Katze sein, auf Zuruf zu dir zu kommen. Das gelingt nur, wenn die Katze etwas Positives erwartet. Wenn sie also auf Zuruf zu dir kommt, gib ihr Streicheleinheiten, Leckerchen, Futter oder spiel mit ihr – je nachdem, was sie gerne hat. So lernt sie: Wenn mich mein Mensch ruft, folgt etwas Schönes.

 

Am besten funktioniert es, wenn du nicht nur ihren Namen rufst, sondern mit einem zweiten Begriff kombinierst, z.B. “Biene komm”. Auf diese Weise kannst du nach und nach eine ganze Reihe von Wörtern gebrauchen, die deine Katze versteht. Katzen sind schlaue Tiere. Aber übertreibe es mit dem Rufen nicht, denn dann hat die Katze bald keine Lust mehr.

 

Wenn deine Katze auf Zuruf nicht kommt, hat es übrigens überhaupt keinen Sinn, sie mehrmals zu rufen. Entweder hört sie dich nicht – weil sie draußen und weit weg ist – oder sie hat keinen Bock. Bringe dann Leckerchen oder Streicheleinheiten nicht zu ihr.

 

7. Katzen lieben es, wenn sie neben dir sitzen – ohne Streicheln

Die meisten Katzenfreunde können gar nicht anders, als die Katze zu streicheln, wenn sie sich in Reichweite befindet. Keine Frage, Katzen lieben Streicheln – aber nicht immer. Samtpfoten lieben es ebenso, einfach mal nur neben dir zu sitzen und deine Gesellschaft zu genießen. Das zeigt dein Katze zum Beispiel, wenn sie sich in deine Reichweite platziert, aber dir das Hinterteil oder den Rücken zuwendet. Aus Katzensicht ist diese Geste übrigens keinesfalls unhöflich oder beleidigend. Ganz im Gegenteil, es ist eine Geste des Vertrauens.

 

Ich weiß, es ist schwierig, die Finger von der Katze zu lassen: Das Fell ist so schön weich, die Mieze so liebenswert und sie sieht zum Knuddeln aus. Wer kann da schon wiederstehen. Versuche es trotzdem mal. Denn ansonsten muss sich deine Katze immer verstecken, wenn sie mal ihre Ruhe haben will.

 

8. Katzen lieben es, im Bett zu schlafen

 

Was Katzen lieben: Im Bett schlafen.
Was gibt’s Schöneres als im Bett zu schlafen? Am liebsten nah beim Lieblings-Menschen.

Katzen mögen es kuschelig und warm. Und sie lieben Körperkontakt (einige wenige Ausnahmen gibt es natürlich). Auch erwachsene Katzen, die zusammen aufgewachsen oder Freunde sind, kuscheln sich zum Schlafen zusammen. Das ist ein Vertrauensbeweis und zeugt von tiefer Freundschaft.

 

Darum solltest du es deiner Katze nicht verwehren. Natürlich haaren Katzen etwas, aber die Wohnung ist ohnehin nicht katzenhaarfrei, darum kommt es auf ein paar Katzenhaare mehr oder weniger im Bett nicht an.

 

Wenn Biene abends schlafen geht, legt sie sich nach einem ausgiebigen Nacht-Spaziergang zuerst einmal auf mich drauf. Später wechselt sie den Platz. Um genau zu sein, ändert sie ihn insgesamt drei Mal. Der zweite Platz ist ihr großes Kissen, das auf dem Bett liegt (so sammeln sich übrigens die Katzenhaare hautpsächlich an einem Ort). Später zieht sie unters Bett und macht es sich auf dem weichen Fell gemütlich. Dort schläft sie den Rest der Nacht.

Alle nächtlichen Schlafplätze befinden sich in einem engen Radius um mich herum und in unmittelbarer Nähe. Ist das nicht ein nettes Kompliment?

 

9. Kopiere Gesten deiner Katze

Oft kommen wir aus unserer menschlichen Haut nicht heraus. Darum kriegen wir oft nicht mit, dass wir uns aus Katzensicht daneben benehmen.

 

Darum versuche mal, deine Katze zu imitieren:

  • Blinzele deine Katze an – so wie es Katzen untereinander machen, um Freundschaft zu signalisieren oder um dem Gegenüber mitzuteilen: Du hast von mir nichts zu befürchten.

 

  • Katzen beschnuppern ihre Freunde ausgiebig. Darum: Lege dich regungslos uf den Boden  – also auf die Ebene einer Katze – und erlaube deiner Mieze, dich von oben bis unten durchzuschnüffeln. Du wirst sehen, sobald du dich auf den Boden legst, wird deine Katze neugierig zu dir kommen – und die Gelegenheit nutzen. Dann aber bitte dem Drang wiederstehen, die Mieze zu streicheln. Und nicht reden.

 

  • Wenn du abends nach Hause kommst, begrüße deine Katze auf Katzenart: Gehe in die Hocke und halte ihr deine Hand zum Schnüffeln hin. Danach wird sie  wahrscheinlich Köpfchen geben. Manche Katzen verzichten bei sehr vertrauten Menschen auf das Handschnüffeln und gehen sofort auf Tuchfühlung. Auf jeden Fall ist die Begrüßung ein wichtiger Bestandteil des Katzenlebens. Es ist ein Ritual, das Zeit braucht – und die Freundschaft vertieft. Katzen sind höfliche Tiere.

 

  • Begebe dich gelegentlich auf Augenhöhe mit deiner Katze. Setze dich dann nicht aufs Sofa, sondern auf den Boden. Du wirst überrascht sein, wie schnell deine Katze zu dir läuft.

 

Was liebt deine Katzen? Schreib es im Kommenar.

 

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Myriam

Myriam F. Goetz

Ich liebe es, mit Tieren zusammen zu leben: über's Fell streichen, spielen, kuscheln, Zeit miteinander verbringen. Meine wichtigste Erkenntnis: Katzen ticken wie Katzen, Hunde wie Hunde und Menschen wie Menschen. Darum entstehen Missverständisse, die man vermeiden kann, wenn man nicht aus Menschensicht handelt. Dies und anderes erfährst du auf meinem Blog. Ich bin Journalistin und lebe in München.

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7 thoughts on “Was Katzen lieben

  1. Das ist ein schöner Bericht und dein Blog ist sehr interessant! Auch ich habe bei meiner Lola festgestellt, dass sie sich im Bad auf dem Badezimmerteppich eher bürsten lässt, als irgendwo anders in der Wohnung. Bin durch die Gruppe “Bloggeria” auf den Artikel aufmerksam geworden. Wünsche dir noch viel Spaß und Erfolg mit deinem Blog.
    lg Nadine von Nannis Welt

    1. Liebe Nadine, ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar.
      Biene braucht auch immer eine ganze Weile, bis sie sich entspannt. Bis dahin ist Bürsten nur am Kopf und Rücken möglich. Ein falscher Bürstenstrich, zum Beispiel am Bauch, und die Bürste kriegt eine gewischt 🙂
      Liebe Grüße, Myriam

  2. Hallo,
    wirklich super interessant Ihr Blog!
    Mich würde interessieren, welche Bürste Sie verwenden?
    LG, Michaela

    1. Liebe Michaela,
      ich verwende eine schlichte Haarbürste – für Menschen 🙂 Diese Bürste hat Naturborsten und erhöhte Plastikborsten mit Noppen. Die Naturborsten sammeln das lose Fell auf, die erhöhten Borsten dringen durch das Fell hindurch, ohne dass es schmerzt (wegen der Noppen). Nur Naturborsten haben sich nicht bewährt, weil die meist zu weich sind und nur an die Felloberfläche rankommen.
      Liebe Grüße, Myriam

        1. Hallo Myriam,
          vielen Dank für Deine schnelle Antwort bzgl. der Bürste. Ich werde das ausprobieren.
          Wofür mein Mann und ich sowie natürlich Leni, unser Kätzchen, uns aber noch viele TAUSEND MALE mehr bedanken müssen, ist Dein Tipp mit dem Spazieren gehen – eben waren wir mit Leni zusammen bei uns im Wald das erste Mal spazieren gegangen. Es hat super geklappt: genau wie Du beschrieben hast – mein Mann hat Bauklötze gestaunt und wir alle drei hatten jede Menge Spaß!!!!
          Im Wald ist Leni den ersten Baum wie ein Eichhörnchen hochgespurtet – sensationell! Und herumgrannt ist sie, bis sie fast nicht mehr konnte. Wir sind überzeugt davon, dass es ihr genauso viel Spaß gemacht hat wie uns.
          Das werden wir auf jeden Fall wiederholen.
          Also noch einmal: TAUSEND DANK!!!!!!!!!!!!!!!!
          Liebe Grüße, Michaela

          1. Hallo Michaela! Das freut mich sehr, dass Deiner Katze das Gassigehen mit Euch so viel Freude bereitet. Und herzlichen Dank für Dein Feedback.
            Viele Grüße, Myriam

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