Umgang mit ängstlichen Katzen

Mit ängstlichen Katzen kann eine innige, lebenslange Freundschaft entstehen. Aber nur, wenn du beim Eingewöhnen nichts falsch machst. Mit diesen Tipps gewinnt die Katze Zutrauen und verliert ihre Scheu.

Wenn Angstkatzen ihre Angst überwunden haben, reagieren sie geradezu befreit. Denn es ist auch für die Katze kein Spaß, ständig in Furcht zu leben. Diese Angst kannst du ihr nehmen.

 


Inhalt:


 

Angstkatze - Umgang mit ängstlichen Katzen

Niemals anstarren

Denke immer daran, dass du eine ängstliche Katze nicht mit den Augen fixieren darfst. Aus Katzensicht wirkt das extrem bedrohlich. Beobachte mal Katzen untereinander: Sie schauen sich gegenseitig niemals direkt in die Augen. Fixiert wird die Beute. Fixierst du also deine Katze, rechnet sie damit, dass du über sie herfällst. Also schau an ihr vorbei.

 

Ein eigener Raum

Wenn deine Katze bereits bei dir wohnt, kannst du gleich zum Punkt „Nimm langsam Kontakt auf“ wechseln. Zieht deine Katze aber gerade erst bei dir ein, dann richte ihr für ein, zwei Tage einen eigenen, ruhigen Raum ein. Hinein stellst du folgendes:

  • Katzenklo – ohne Haube
  • Futternapf – möglichst weit vom Katzenklo entfernt
  • Wasserschale – in eine andere Ecke als Futternapf und Katzenklo
  • Kratzbaum
  • Schlafplatz – an einem geschützen Ort, z.B. auf dem Schrank. Wenn du den Kratzbaum daneben stellst, kann ihn die Katze als Leiter nutzen. Niemals, also wirklich niemals, dringst du in diese Sicherheitszone ein.
  • Spielsachen – geräuschlos. Beim Hineinbeißen oder Herumwerfens entstehen keine Geräusche.

Ganz wichtig für deine ängstliche Katze ist ein gutes Versteck, ein Zufluchtsort, an dem sie sich absolut sicher fühlt. Die meisten Katzen fühlen sich auf erhöhten Plätzen sicher, z.B. auf dem Schrank. Manche bevorzugen Verstecke am Boden, wie unter dem Bett.

 

Lass deine Katze erstmal in Ruhe

In den ersten zwei Tagen lässt du die Katze völlig in Ruhe. Du versuchst nicht einmal, mit ihr zu spielen. Du bringst Futter, wechselst das Wasser und machst das Katzenklo sauber – mehr nicht.

So agierst du im Katzenzimmer:

  • du bewegst dich sehr, sehr langsam und bedächtig
  • du machst keine lauten Geräusche, klapperst nicht mit Näpfen und läufst strumpfsockig herum, damit deine Schritte leise sind
  • du redest leise vor dich hin
  • du starrst die Katze nicht an
  • du hältst dich nicht länger als nötig im Katzenzimmer auf

 

Nimm langsam Kontakt auf

Der erste Kontakt erfolgt allein durch deine Anwesenheit und deine Stimme:

  • Schnapp dir eine Zeitung oder ein Buch, setze dich auf den Boden und lese der Katze vor. Gut ist, wenn sie dich sehen kann.
  • Wenn sich eure Blicke kreuzen, schließt du kurz die Augen. Dieses Blinzeln bedeutet: Ich tu‘ dir nichts, ich bin freundlich, alles ist in Ordnung. Diese Geste verwenden Katzen untereinander. Besonders gut kannst du das nachts beobachten. Das Blinzeln der leuchtenden Katzenaugen ist schon von Weitem sichtbar.
  • Sprich mit betont liebevoller Stimme. Du kannst auch leise singen.

 

Kontakt steigern

Wenn deine Katze nicht mehr starr vor Angst ist, wenn du im Zimmer sitzt, kannst du den Kontakt langsam steigern. Das funktioniert am besten über den Spieltrieb. Allerdings darfst du deiner Katze nicht zu nahe kommen – auch nicht mit der Hand.

Darum besorge dir ein Spielzeug mit langem Stil, z.B. sowas in der Art:

Umgang mit ängstlichen Katzen - Katzenangel Umgang mit ängstlichen Katzen - Katzenangel

 

Setze dich in einem Abstand von ungefähr 1,5 Metern vor die Katze – und schaue sie nicht an. Dann stellst du ein Kissen senkrecht vor dich und schiebst die Katzenangel unten durch. Die Katzenangel befindet sich nun zwischen Boden und Kissen, die Federn zeigen zur Katze. Bewege die Angel. Folgt sie der Angel mit den Augen? Wenn ja, ist das ein erster Erfolg.

Warum das Kissen? Es gibt deiner Katze Sicherheit, denn es ist ein Schutzschild zwischen ihr und dem angsteinflößendem Menschen.

Sobald deine Katze der Angel interessiert mit den Augen folgt, rückst du näher an sie heran, damit sie pföteln kann – wenn sie will.

Wenn sie merkt, dass von dir keine Gefahr ausgeht, wird sie sich immer mehr trauen. Aber nur, wenn sie zu keiner Zeit einen Schrecken bekommt. Achte also z.B. darauf, dass das Kissen fest auf dem Boden steht und nicht umfällt. Das würde deine ängstliche Katze fürchterlich erschrecken und alles bis dahin aufgebautete Vertrauen wäre dahin.

 

Nähe geht von der Katze aus

Widerstehe unbedingt dem Impuls, die Katze anzufassen – auch wenn es schwer fällt. Die Mieze wird im Laufe der Zeit den Abstand zu dir nach und nach verringern, und dich irgendwann vorsichtig beschnuppern. Versuche auch dann nicht, sie zu streicheln. Bleibe ruhig sitzen und bewege dich nicht. Lass sie überall schnuppern, wo sie möchte. Wenn du deine Katze unterstützen willst, lege dich ruhig auf den Boden und schließe die Augen. So kann sie dich auf Augenhöhe beschnuppern.

 

Zuletzt ein Tipp

Denke daran, dass der Körperkontakt von deiner Katze ausgehen muss. Je nachdem, wie ängstlich sie ist, kann das Tage, Wochen oder sogar Monate dauern. Ängstliche Katzen fürchten um ihr Leben. Sie gehen davon aus, dass du ihnen den Hals umdrehen willst. Und weil sie um ihr Leben fürchten, reagieren sie oft extrem heftig und kratzen und beißen. Sobald du sie aber überzeugt hast, dass von dir keine Gefahr ausgeht, ist das Eis gebrochen. Darum darfst du ihr Vertrauen zu keiner Zeit missbrauchen. Dazu gehört auch, die Katze nicht anzufassen. Auch wenn es noch so schwer fällt.

 

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Foto: (c) Magnus Pomm, Fotolia.com

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